Selbstliebe lernen

Probleme, wenn man sich nicht selbst liebt

Viele Menschen haben das Problem, dass sie nie wirklich gelernt haben ein gewisses Maß an Selbstmitgefühl für sich zu entwickeln. Dies schlägt sich in folgenden Problemen nieder:

1. Versagensängste

2. Zu vieles Grübeln über die eigenen Fehler

3. Das Gefühl nicht zu genügen und nicht viel wert zu sein

4. Mit dem eigenen Leben unzufrieden zu sein

5. Streng mit sich umzugehen, wenn es einen gerade schlecht geht (Stichwort Innerer Kritiker)

6. Mitgefühl nicht zu verdienen

7. Minderwertigkeitskomplexe

Viele Menschen gehen mit sich selber zu hart ins Gericht, wenn es ihnen schlecht geht. Oft versuchen sie sich dann verzweifelt zu motivieren, indem sie sich sagen: Ich habe schon wieder versagt und bin einfach dumm. Ich muss mich jetzt am Riemen reißen, so blöde wie ich bin, habe ich nicht mehr so viele Möglichkeiten . In Wahrheit entmutigen sie sich dadurch, da sie ihrem Unterbewusstsein vermitteln Du bist nicht gut, so wie du bist. Erst wenn du ein anderer Mensch wirst, hast du es verdient dich gut zu fühlen. Du musst erst etwas erreichen, bevor du es verdient hast, gemocht zu werden. Und jetzt die ganz große Überraschung: Das motiviert überhaupt nicht!

Im aller besten Fall macht der ein oder andere einen kurzen Versuch etwas zu ändern, aber das zerschlägt sich sehr schnell wieder. Wieso sollte es auch? Anstatt mit Veränderungen etwas positives zu assoziieren, entstehen negative Gefühle. Wenn einmal etwas nicht klappt, macht man sich übermäßig dafür fertig und fühlt sich noch schlechter.

Sich unnötig fertig machen

Ein Beispiel: Du versuchst abzunehmen. Jeden Tag in der Woche hälst du genau deinen Ernährungsplan ein und am Sonntag wirst du schwach. Nun machen viele Menschen sich übermäßig fertig: Du hälst nicht mal eine Woche durch; Du bist so schwach; Es war klar, dass du es nicht schaffst dein Vorhaben durchzuziehen.

Danach dennoch die Diät weiter dauerhaft durchzuziehen, wird bei den wenigsten Menschen klappen. Vielleicht nochmal eine Woche oder zwei. Aber unterbewusst sind schon wieder eine menge negative Gefühle assoziiert. Aber haben sie denn wirklich zu 100% versagt? Nein! Sie haben 6 Tage eisern durchgehalten und dann sind sie einmal schwach geworden. Glückwunsch sie sind nicht perfekt, sondern Menschen.

Das richtige Mindset

Man sollte sich dafür loben, dass man sein Vorhaben fast komplett gemeistert hat. Klar wäre es besser gegangen. Aber jetzt mal ganz ehrlich, betrachten wir es auf lange Sicht. Du hälst deine Diät in 90 % der Fälle durch. Dann nimmst du immer noch mehr ab, als wenn du gar nichts gemacht hättest und dein Leben das alte geblieben wäre.

Klar man sollte nicht über die Schwächen hinwegsehen, aber dafür dasss man es 6 Tage geschafft hat sein Leben umzukrempeln, verdient auch mal Respekt. Besser wäre demnach, wenn man sich sagt: Ich habe es 6 Tage lang am Stück geschafft und damit habe ich meinen Körper 6 tage in Folge etwas sehr gutes getan. Beim letzten Tag bin ich zwar schwach geworden, aber immerhin besser, als wenn ich gar nichts gemacht hätte. Jetzt mache ich erst recht weiter und überlege mir, wie ich es diesmal sogar noch besser machen kann. Ich kann stolz auf mich sein.

Mit diesem Mindset werden mehr als 90% der Menschen bessere Ergebnisse einfahren, einfach weil sie trotz „Versagen“ ein positives Gefühl haben. Und auf lange Sicht betrachtet, wird die Person auch hiermit ihr Idealgewicht erreichen.

Übung für mehr Mitgefühl

Wir gehen alle oft viel zu streng mit uns um. Eine sehr gute Übung um das zu erkennen und auch zu beseitigen ist eine Visualisierung. Stellen dir vor, du hast ein Kind, dass du über alles liebst und nun macht dein Kind diesen Fehler. Wie würdest du mit deinem Sohn/ Tochter reden? Angenommen du fällst durch eine wichtige Prüfung, dann stell dir vor, dein Kind ist durch einen Mathematiktest gefallen. Was würden du sagen? Du bist so dumm, mein Sohn. Wie ist es möglich, dass es einen so dummen Mensch gibt? Du hast gelernt und versagt. Vielleicht solltest du dir einen Beruf suchen, wo man nicht denken muss.

Das würdest du sehr wahrscheinlich nicht sagen. Eher würden du so etwas sagen: Das war jetzt nunmal ein Griff ins Klo! Aber davon geht die Welt auch nicht unter. Ich weiß, dass du was im Kopf hast. Nächstes mal musst du dich besser darauf vorbereiten und dann wird das schon. Überlegen, wir wieso es dieses mal nicht geklappt hat. Hast du zu wenig gelernt? Dann musst du nächstes mal früher anfangen. War der Stoff zu schwer? Vielleicht sollten wir einen Nachhilfelehrer holen. Das ist keine Schande, viele nehmen Nachhilfe in Anspruch dein Freund Lukas doch auch, oder? Das kriegen wir hin und nächstes mal schaut es ganz anders aus.

Was würdest du deinem Kind raten?

Nach welcher Aussage fühlt sich dein Kind besser? Was glaubst du welche Aussage, unabhängig von den Gefühlen, mehr Erfolg verspricht? Was glaubst du, was dein Kind mehr motiviert, um sich zu verbessern? Wahrscheinlich kommst du auch zu dem Ergebnis, dass es immer die letzte Aussagen war. Und jetzt eine letzte Frage. Wieso machst du das dann nicht bei dir selber? Wenn du dich das nächste mal verurteilen willst, dann frag dich, was würdest du einen geliebten Menschen in der genau gleichen Situation sagen.

Wichtig ist auch hier die Tonart der inneren Stimme. Wenn du dich fertig machst, hat das oft einen harschen Ton, wie wenn Eltern ihr Kind schimpfen. Versuch die Tonart zu ändern, wie wenn eine liebevolle Mutter ihr Kind tröstet.

Selbstliebe ≠ Egoismus

Selbstliebe ist extrem wichtig. Das heißt nicht, dass du dich über andere Menschen stellen und ein egoistisches Leben führen sollst. Sogar in der Bibel wird erwähnt Liebe deinen Nächsten wie dich selber. Wie dich selber und nicht mehr als dich! Auch nicht weniger, zugegeben. Aber dieser Satz macht erst Sinn, wenn man fähig ist sich selber zu lieben. Erst dann kann man ehrliche Nächstenliebe empfinden.

Ein gesundes Maß an Selbstliebe hilft mit Problemen und Krisen besser umgehen zu können, unabhängiger von der Außenwelt zu sein und gesünder zu leben. Durch Selbstliebe kann man sich besser von Niederlagen erholen und mit neuer Kraft starten, als erschöpft und niedergeschlagen es nochmal zu versuchen.

Selbstliebe ist wie ein Muskel, den man trainieren kann. Es braucht etwas Zeit und Geduld, aber es lohnt sich und jeder kann es lernen. Am Anfang ist es für einige schwierig mit sich selber verständnisvoll umzugehen, aber dies wird mit der Zeit immer besser und besser.

Selbstvertrauen und Selbstliebe gehen Hand in Hand. Erfahre hier, wie du Selbstvertrauen aufbaust.

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