Das 80/20 Prinzip

Der Pareto-Effekt oder auch das 80/20 Prinzip genannt, sagt in seinem Kern aus, dass 20 % der geleisteten Arbeit für 80 % des Erfolges verantwortlich sind. Im Umkehrschluss heißt dies, dass 80 % der geleisteten Arbeit nur zur 20 % des Erfolges beitragen. Diese Wahrscheinlichkeitsverteilung taucht in der realen Wirtschaft erschreckend oft auf. So ist es bei vielen Unternehmen, dass 20 % der Kunden für 80 % des Umsatzes ausmachen. Diese Verteilung ist natürlich nicht zwingend. Es kann weniger, aber auch mehr sein, so dass z.B. 10 % der Kunden für 90 % des Umsatzes verantwortlich sind. Hieraus kann man interessante Schlüsse für den persönlichen Erfolg ableiten. So wäre es eine Überlegung wert, weniger Zeit bezüglich der 90% der Kunden zu opfern, die gerade mal 10% ausmachen, vielleicht sogar komplett auf diesen Kundenstamm verzichten und sich stattdessen auf die wenigen Großkunden zu konzentrieren. Man könnte diese anschreiben, ob sie Verbesserungsvorschläge hätten, zusätzlicher Service gewünscht wird oder sich komplett auf ihre Bedürfnisse konzentrieren und neue Dienstleistungen/ Produkte für sie entwerfen.

So schreibt auch Timothy Ferris, dass bei ihm ca. 80 % der Kundenbeschwerden von 20 % der Kunden angeführt wurden. Für ihn hat es sich ausgezahlt, sich von diesen 20 % seiner Kunden zu verabschieden und nicht mehr zu beliefern. Stattdessen hat er mit der gesparten Zeit und den geschonten Nerven sich auf die 20 % der Kunden fokussiert, die 80 % des Umsatzes ausmachen.

Man erkennt das Prinzip auch in der Verkehrsstatistik, wo 80 % der Unfälle von 20 % der Motorradfahrer verursacht werden. Sir Isaac Pitman entdeckte, dass 700 Wörter Zweidrittel der täglichen Gespräche ausmachen. Zählt man davon die abgeleiteten Wörter ab, machen 1 % der Wörter mehr als 80 % aus.

Vielleicht könnt ihr auch bei eurer persönlichen Arbeit dieses Phänomen entdecken, wo 20 % des Aufwandes für 80% der produktiven Arbeit und deren Ergebnisse verantwortlich sind. Wie oben geschrieben, ist es nicht immer zwingend, aber es taucht erschreckend oft aus, dass man sich einmal darüber Gedanken machen sollte.

Ich konnte dies bei meinem Jura Studium in der Examensvorbereitung feststellen. Hier war die beste und effizienteste Vorbereitung so viele Übungsklausuren wie nur möglich zu schreiben. Eine Übungsklausur hat mir mehr gebracht als 3 reine Lerntage, da man bei dem Klausurenschreiben lernte, die Methodik zu verstehen, die Systematik zu verstehen und auch wie man mit Wissenslücken umgeht. Ich lernte, wie ich das Wissen auf das Papier bringe, den Sachverhalt richtig analysiere sowie das Zeitmanagement in der Klausur (bei Jura 5 h pro Klausur, die dennoch sehr knapp bemessen sind).

Oft wissen wir schon aus unserer Erfahrung, was das effektivste an unserer Arbeit, Lernen oder Unternehmen ist. Jedoch haben wir oft Angst, dass wir versagen, wenn wir das andere vernachlässigen. Mathematisch betrachtet ist es sehr wahrscheinlich, dass wir uns irren und den Versuch wagen oder es zumindest mal für eine Testphase auszuprobieren sollten. In dieser Testphase kann man die Ergebnisse abgleichen und schauen, ob sich etwas positiv verändert hat. Ich hatte bei mir auch die Angst zu viel Theorie zu vernachlässigen, aber es war goldrichtig auf die Klausuren zu setzten.

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