Rhetorik, die Kunst der wirkungsvollen Kommunikation, ist Macht. Der Grad der rhetorischen Fähigkeiten ist vielmals entscheidend über den beruflichen aber auch persönlichen Erfolg. Zunächst einmal kann jeder zu einem guten Rhetoriker werden. Natürlich setzt die Natur auch hier den einzelnen Menschen ihre Grenzen. So wird es nicht jeder, der sich mit der Materie auseinander setzt auf das gleiche Niveau wie Barack Obama, Kennedy oder Churchill schaffen. Das waren Ausnahmetalente, die zusätzlich noch intensiv rhetorisch geschult wurden, um zu ihrer Sprachgewandtheit zu gelangen. Nichtsdestotrotz kann jeder ein ziemlich hohes Niveau der Rhetorik erreichen. Durch ein paar einfache Tricks, kann man sein Potenzial enorm steigern: 

Beherrsche den Raum: Damit ist gemeint, dass du die Bühne und das Publikum kontrollieren musst. Es bringt nichts, wenn du eine Rede hälst und dich ganz am Rand der Bühne versteckst. Nur bis zu 13 % der Kommunikation machen der gesagte Inhalt aus. Der Rest speist sich aus Auftreten, Körpersprache und wie die Stimme eingesetzt wird. Darum ist es so wichtig Selbstvertrauen ausstrahlen. Das strahlt man zum einen  aus, indem man sich mittig auf der Bühne aufhält und Raum einnimmt, zum anderen auch indem man klare Positionen bezieht und Ecken und Kanten zeigt. Wenn man Standpunkt vertritt nach dem Motto Dafür stehe ich, dafür falle ich, erzeugt dies ein unglaubliches Selbstvertrauen und hilft die Leute von dem Standpunkt zu überzeugen. 

Ein weiteres wichtiges Mittel ist der Blickkontakt. Wenn du ein geschäftliches Meeting hast und der Geschäftspartner schaut dir die ganze Zeit nicht in die Augen, dann wirkt das entweder arrogant oder unsicher und ängstlich. Selten wird dich das überzeugen. Das gleiche gilt jedoch auch bei Reden vor großen Menschenmassen. Jetzt stellt sich hier die Frage, wem soll man bei einer Rede vor über hundert Leute in die Augen schauen? Hierfür gibt es einen einfachen Trick: Ziehe eine Linie in die Luft, einen Daumen breit über die Höhe der Köpfe der letzten Reihe. Darauf soll dann die meiste Zeit dein Blick gerichtet sein. Klar kannst du dann auch immer mal zwischen den Reihen schauen, aber den Großteil der Redezeit sollte dein Blick leicht oberhalb der letzten Reihe gerichtet sein.

Das Geheimnis der Rhetorik von Donald Trump: Egal, ob man die jeweiligen Politiker mag oder nicht, man muss gestehen, dass sie rhetorisch einiges drauf haben, sonst wären sie nämlich nie so weit gekommen. Man sollte meinen, dass ab einen gewissen Grad, alle Politiker ihre Rhetorik-Coaches und Redenschreiber haben und sich daher sehr ähnlich anhören. Hier fällt vor allem Donald Trump auf. Seine Rhetorik unterscheidet sich massiv, von nahezu allen anderen Politkern. Einer der Hauptgründe für seinen politischen Erfolg ist es, dass es nicht die richtige Rhetorik gibt, aber es gibt die richtige Rhetorik zur richtigen Zeit. Ein Paradebeispiel ist Hitler. Würde er heute erneut solche Reden halten, würden die wenigsten sich davon begeistern lassen (auch ohne die geschichtlichen Vorkenntnisse). Du kannst gerne das Selbstexperiment machen und dir ein Video seiner Reden auf YouTube anschauen und dann entscheiden, wie überzeugend er auf dich wirkt. Zur damaligen Zeit, wo die Leute nicht wussten, was sie essen werden, wie und ob sie ihre Kinder ernähren können und viel im Chaos lag, da kam genau so eine Rhetorik (komplett unabhängig vom Inhalt) extrem gut an. Würde heute jemand so reden, würde man eher darüber lachen. Donald Trump hat es geschafft mit seiner speziellen Rhetorik zum richtigen Zeitpunkt aktiv zu werden. Viele Menschen waren in den USA extrem politikverdrossen, enttäuscht und niedergeschlagen, da kommt eine Rede ala Donald Trump besser an, als die normalen sehr hochgestochenen Reden von dem Durchschnittsabgeordneten. Die Reden von ihm zeichnen sich häufig durch wenig Fremdwörter, einer sehr einfachen Wortwahl aus und Aggressivität aus. 

Er bedient sich auch noch ein paar weiterer Kniffe: Wenn Menschen in sehr komplexen Situationen sind (wie es bei hochpolitischen Angelegenheiten eigentlich immer der Fall ist), aktiviert sich automatisch der Herdentrieb in uns. Wir orientieren uns an die anderen Menschen. Donald Trump verwendet oft in seinen Reden Wörter wie „Everyone“ oder „People“ und behauptet, dass die Mehrheit ihm zustimmt und seine Überzeugungen teilen. Ein weiterer Vorteil war seine einfache  und oft einsilbige Sprache. Dadurch bleiben Schlagwörter besser hängen und die Botschaft manifestiert sich ins Gedächtnis. So gut diese Art zu Reden heute ankommt, ist es sehr gut möglich, dass genau die gleiche Art der Rhetorik in zwanzig Jahren komplett gegenteilig wirken kann. 

Werbeanzeigen