Jeden Tag um 4:30 aufstehen Teil 2

Ein neuer Trend geht derzeit um. Um 4:30 soll man jeden Tag aufstehen, um das Maximum an Produktivität rauszuholen. Selbst der Focus hat schon einen interessanten Artikel darüber geschrieben https://www.spiegel.de/karriere/warum-immer-mehr-manager-um-4-30-uhr-aufstehen-a-1020294.html. Dies sei vor allem bei Geschäftsmännern und Managern von großen Unternehmen beliebt. Doch lohnt es sich wirklich so früh aufzustehen? Geht der eigene Schlafrythmus dabei kaputt, oder erreicht man wirklich so viel wie vorgenommen? Drei Wochen werde ich das testen und darüber berichten, was für Vor- und Nachteile es hat und ob ich es weiter empfehlen würde.

Tag 3

Das Einschlafen ging extrem gut dieses Mal. Das lag aber daran, dass ich von den letzten zwei Tagen einen großen Schlafmangel hatte und dementsprechend müde war. 

Das Aufstehen war wieder eine reine Qual, schlimmer als die anderen zwei Tage. Ich muss gestehen, dass ich diesen Tag extrem unmotiviert war und die zusätzliche Zeit kaum produktiv genutzt habe, sondern den Morgen sehr entspannt verbracht und auch viel getrödelt habe. 

Tag 4

Heute lief das Einschlafen auch super, was daran lag, dass ich krank und dementsprechend müde war. Ich hoffe das hilft mir, ein bisschen in den neuen Rhythmus reinzukommen. Das Aufstehen war dementsprechend einfach. Ich war sogar wach, kurz bevor der Wecker geklingelt hat. Ich glaube zwar das war eine Ausnahme und die nächsten Tage werden wieder schwieriger, aber wir werden sehen :).

Tag 5 & 6

Ich merke langsam wie sich mein Körper umstellt. Schon um 20 Uhr werde ich richtig müde und mache mich schon bettfertig, damit ich noch im Bett ein bisschen Serien schauen und lesen kann. Das Aufstehen ist immer noch nicht so einfach. Durch das frühe Aufstehen, merke ich vor allem extrem, wenn ich mal ne halbe bis eine Stunde weniger Schlaf bekommen habe. 

Tag 7

Was problematisch an der Challenge ist, ist das Wochenende. Freitagabend mit seinen Freunden weggehen, obwohl man normalerweise versucht um 21:30 zu schlafen. Das haut einfach nicht hin. Dennoch möchte man sein Sozialleben nicht einfach aufgeben oder aufhören wegzugehen. Natürlich kann man einfach am Wochenende länger schlafen. Ich habe es auch vor, so zu handhaben, wenn die drei Wochen vorbei sind. Aber die ersten Wochen sollte man es mit um 4:30 aufstehen, konsequent durchziehen, da sich unser Körper erst noch daran gewöhnen muss. Auch muss einem klar sein, dass der Schlaf am Wochenende nicht so erholsam sein wird. Wir sind Gewohnheitstiere. Wenn wir zu einer festen Zeit schlafen gehen und aufstehen, dann programmiert sich unser Körper darauf. Wenn wir dann Samstags auf einmal 5 Stunden später schlafen gehen, wird der Schlaf nicht so regenerativ sein. Ich denke jeder der früh aufstehen muss, um zur Arbeit zu kommen, hat jedoch dieses Problem, dass er am Wochenende wenn er mal weggeht, länger wachbleibt als sonst. Von daher sehe ich das jetzt nicht als so großen Nachteil an, wenn man um 4:30 aufsteht. Jedoch in der Umgewöhnungszeit, oder wenn man eine feste Challenge hat, wie ich gerade, dann ist das schon ziemlich kacke…

Tag 8

Die Nacht von Samstag auf Sonntag war schön, aber anstrengend. Ich war zu Besuch bei Freunden in meiner alten Heimat und hatte dementsprechend keine Lust um 21 Uhr schon zu gehen. Um halb eins war ich dann endlich im Bett. Dementsprechend müde fühle ich mich gerade…

Resümee

Mein Resümee über die erste abgeschlossene Woche ist folgendes: Es hat viele Vorteile und ich bin insgesamt sehr begeistert. Man erledigt viele Aufgaben, die man schon lange aufgeschoben hat, oder wofür man nach der Arbeit zu müde war (Steuererklärung, Wäsche waschen, putzen, Blog schreiben, Lernplan aufstellen). Was ich empfehlen kann, ist gleich als erstes wenn man aufsteht eine To-Do-Liste für den Tag aufzustellen. Davon werdet ihr eh das meiste früh morgens abarbeiten. 

Nachteile sind: Man ist zu der Zeit echt mega müde und fühlt sich nicht auf geistiger Höhe. Ihr könnt gut Sachen abhaken z.B. Wäsche waschen, aber große Denkleistungen zu vollbringen fällt mir zumindest noch schwer. Außerdem ist die Umstellung echt hart. Vor allem in den ersten drei Wochen sollte man die Schlafenszeiten konsequent einhalten. Das ist natürlich schlecht, wenn man am Wochenende was mit Freunden machen will. Ich glaube, wenn der Körper diesen Rhythmus drinnen hat, ist es eine super Sache, wobei ich derzeit stark dazu tendiere, wenn die drei Wochen vorbei sind, um 5-5:30 aufzustehen. Je nach dem wann man zur Arbeit los muss, reicht das auch noch, um einiges zu erledigen. Mein Körper hat sich auch schon teilweise gut an die Schlafenszeiten gewöhnt, wobei ich nie gedacht hätte, dass eine Umstellung so schnell geht. Um 20 Uhr merke ich schon meistens, dass ich müde werde und mache mich schon langsam fertig. Gerade am Anfang ist es schwer, auch wirklich auf die nötigen 7 – 7,5 h Schlaf jeden Tag zu kommen (jeder Mensch braucht unterschiedlich viel Schlaf, dass ist einfach nur mein Wert). Wenn man damit anfängt, muss einem bewusst sein, dass zumindest die erste Woche mit einem Schlafdefizit verbracht wird. 

7 Kommentare

  1. Aber dein Tag hat weiterhin nur 24 Stunden, oder? 😉

    Natürlich muss jeder, wie du schon in deinem „über“ schreibst, das Richtige für sich raussuchen. Ich denke nur, wenn dir das früh Aufstehen solche Mühe bereitet, bist du eher kein Morgentyp und betreibst Raubbau an deinem Körper. Dazu gab es in letzter Zeit einige Artikel und Beiträge. Einer davon ist der hier. https://www.br.de/themen/ratgeber/inhalt/gesundheit/chronobiologie-innere-uhr-bio-rhythmus100.html Ist mal so grob angerissen.

    Ist es nicht vielleicht besser eine To-Do Liste für den Abend zu machen und im normalen Biorythmus zu leben?

    Ich persönlich halte nicht viel von den Artikeln über Manager und höher-schneller-weiter. So etwas hat mich an den Rand meiner Gesundheit gebracht.

    Liebe Grüße, Sibylle von miteigenenhaenden

  2. Noch haben meine Tage 24 Stunden, aber ich arbeite auch hier fieberhaft an einer Lösung… Spass beiseite 😉
    Dein Artikel ist echt interessant.
    Ich muss sagen, dass ich abends eigentlich kaum was produktives mache, sondern dann wirklich versuch zu entspannen und den Feierabend zu genießen. Aktuell fühlt es sich auch nicht wie mein natürlicher Rhythmus an. Ich möchte es einfach mal ausprobieren und schauen wie ich damit fahre und ob sich was ändert. Ist auch eine gewisse Neugierde wie ich darauf reagiere und so 🙂 Aber Schluss endlich muss es jeder für sich rausfinden, womit er glücklich ist und womit er sich auch gut fühlt. Ich probier einfach mal rum und berichte meine Eindrücke 🙂

    Das mit deiner Gesundheit tut mir leid! Soweit sollte es natürlich keiner treiben 🙁

  3. Hallo Stophel,
    ich finde es grundsätzlich interessant, auszuprobieren ob „man“ zu den Eulen oder den Lerchen gehört, denn von Kindheit an gibt es ja kaum eine Chance, das wirklich zu testen. Allein das dringende Schlafbedürfnis am Morgen ist sicher noch kein Beweis, das man biologisch zu denen gehört, die die späte Stunde bevorzugen, denn die Überforderung durch Alltägliches nimmt ja ständig zu.

    Für mich stellt sich zudem die Frage, worum es sonst noch geht in diesem Test – um mehr zu „schaffen“? Was? Für wen der der frühe Vogel nicht singt sondern stört, der / die wird während der Morgenstund kaum geniale Eingebungen haben und gleiches gilt sicher auch andersrum. Immer mehr „schaffen“ zu wollen – ist das nicht die Krankheit unserer Zeit?

    Wohin Manager die Welt denken ist mir lange schon kein „Vorbild“ mehr und welche Trends in Zeitungshirnen ausgebrütet werden scheint mir manchmal eher auf Schlafmangel der Urheber zu verweisen – und Ausgeschlafenen wäre einiges erspart geblieben …

  4. Hey Susanne,
    danke für dein Kommentar 🙂

    Es geht zumindest für mich schon darum mehr zu schaffen. Das hat aber bei mir weniger den Grund, dass ich so ein krasses Arbeitstier bin, dass ich durchgehend irgendwas produktives machen will. Eigentlich bin ich sogar recht faul und möchte meine Faulheit auch gebührend zelebrieren.
    Bei mir persönlich ist es so, dass ich gerne neben Arbeit mal ein persönliches Projekt habe z.B. dieser Blog und oft fallen halt auch so einige Sachen an, die man nebenbei erledigen muss, als Beispiel, weil bald die Frist abläuft: Steuererklärung.
    Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme, möchte ich eigentlich nicht mehr was produktives machen (Ausnahme Sport, wobei das für mich sehr entspannend ist). Ich möchte chillen, etwas mit Freunden machen und keinerlei Stress oder Zeitdruck in irgendeiner Weiße entstehen lassen. Ich brauch diese klaren und deutlichen Cut zum Entspannen.
    Ein Beispiel, wie ich das sehe: Ich möchte anfangen ein Buch zu schreiben. Obwohl mir das Schreiben und alles viel Spass macht, wird das Buch dennoch auch mit Stress verbunden sein, es fertig zu bekommen, weil vor allem wenn die Anfangsbegeisterung vorbei ist, man sich zumindest phasenweise zwingen/ aufraffen muss jetzt etwas zu schreiben. Klar, das muss man jetzt nicht so krass machen, das man jeden Tag 3 h schreibt, aber bei mir persönlich war es nie erfolgreich, wenn ich sowas komplett „stressfrei“ angepackt habe und nur daran getüftelt habe, wenn ich wirklich Lust darauf hatte.
    Gleichzeitig finde ich es auch nicht toll, sich nach einen anstrengend Tag, noch zu zwingen den wohlverdienten Feierabend „aufopfern“ zu müssen.

    Hierfür sehe ich den Vorteil zum frühen Aufstehen. Morgens ist man eher motiviert als Abends. Das sind zumindest meine Gedanken, ob es so ist, wie ich es mir vorstelle werde ich noch berichten 😉
    Ich hoffe der Text ist nicht zu lange.

  5. Ein klasse Artikel. Dennoch gibt es natürlich weit mehr Spezies als Eulen oder Lerchen … Prinzipiell dürften wir alle einen unterschiedlichen Schlafrhythmus haben, denn ich glaube nicht, dass er beim Menschen festgelegt ist! künstliches Licht, ungünstige Ernährungsumstände und beruflicher Stress etc. beeinflussen ihn genauso wie ein ausgewogener Lebensstil und letzt endlich auch genetische Anlagen. Fragt sich nur, was ,,gesund“ ist. Ich denke, wenn man dahin kommt, bei guter Schlafqualität ausschlafen zu können, ist das weit produktiver, als sich den Schlaf ,,mit Gewalt“ zu rauben!

  6. Das klingt alles andere als entspannt. Ich stehe seit – puh – 21 Jahren so früh auf (3:00). Gut ich arbeite zu dieser Zeit auch – aber ich kann dir sagen – es wird schwieriger, je älter man wird.
    Als ich zu dieser Uhrzeit startete, habe ich nach 3 Monaten das erste mal auch Hunger gehabt. Solange hat es bei mir gedauert. Aber gewöhnen – das tut man sich nie.

    Ich bin weiterhin sehr gespannt wie es bei dir weitergeht.

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