Rhetorik Teil II

Wie schon im ersten Teil (Link) erwähnt ist Rhetorik für viele Menschen eine der Voraussetzungen, um in ihrem Beruf voranzukommen. Doch auch ohne berufliche Aspekte kommt für jeden von uns der Moment, wenn etwas rhetorisches Geschick benötigt wird. Sei es bei einem Referat in der Schule oder einer Rede auf einer Hochzeit oder Taufe. Hier möchte ich weitere Hilfsmittel vorstellen, womit ihr bei einer Rede charismatischer wirkt und euer Publikum besser überzeugen beziehungsweise einnehmen könnt:

Leidenschaft

Leidenschaft gilt unbestritten als eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine fesselnde Rhetorik. Wenn man eine Rede voller Leidenschaft über eine Thematik hält, für die man sich brennend interessiert, ist es viel leichter das Feuer in jemand anderen zu wecken. Das meiste unserer Kommunikation macht die Subkommunikation aus, wie wir uns bewegen, der Ausdruck unserer Augen und der Ton unserer Stimme. Die gesprochenen Worte machen einen relativ geringen Anteil aus. Durch diese Subkommunkation strahlen wir unsere Leidenschaft aus.

Wenn uns etwas interessiert werden wir einen anderen Blick haben, unsere Augen strahlen etwas anderes aus. Unsere Körperhaltung ist komplett unterschiedlich und auch unsere Stimme klingt anders. Vielleicht erkennen unsere Zuhörer nicht was genau anders ist, aber der ausschlaggebende Punkt ist, sie nehmen es unterbewusst wahr. Was macht man jetzt, wenn man einen Vortrag über ein Thema halten muss, dass einen nicht interessiert? Zum Beispiel ein Fachvortrag über neues Steuerrecht und damit verbundene Buchhaltung? Der Trick ist, sich persönlich auf ein Detail zu konzentrieren, welches einen wirklich interessiert, oder was man extrem witzig findet und einen deswegen begeistert. Es reicht schon wenn uns ein einzelner Aspekt interessiert, damit sich unsere Rhetorik dramatisch verbessert. 

Tony Hsieh, der Gründer von Zappos, interessierte sich gar nicht so für Schuhe. Er begeisterte sich jedoch von der Idee, wie sehr sich der Kunde freute, wenn er die Lieferung nach Hause bekommt und das Paket öffnet. 

Neue Informationen bleiben hängen

Unser Erinnerungsvermögen hängt von dem dem chemischen Stoff Dopamin ab. Sobald wir etwas Neues erfahren, schüttet unser Hirn eine Ladung Dopamin aus. Dieses Glückshormon hilft uns dank positiver Assozierung diese Information zu speichern. Je aufregender und aberwitziger und unglaublicher die Information ist, desto mehr Dopamin wird ausgeschüttet. Wenn wir ein paar solche Informationen in unserer Rede streuen, hat das den Vorteil, dass dieses Dopamin nicht sofort wieder verschwindet, sondern der Rest der Rede mit diesen positiven Glücksgefühl in Verbindung gebracht wird. Deswegen muss die Rede jetzt nicht voller unnützer Fakten stecken. Es hilft, aber zumindest bei jeder Rede zumindest eine „krasse“ Information einbauen. 

Die perfekte Dauer

Es gibt Reden die dauern drei Minuten und dann gibt es Reden die dauern 45 Minuten.  Der Mensch ist jedoch nicht geschaffen sich über lange Zeit ohne Pause zu konzentrieren. Er schweift dann ab. So war es bei zum Beispiel auch in der Schulzeit früher. Konnte wirklich jemand von uns 45 Minuten am Stück hochkonzentriert zuhören? Und dann 5 weitere Schuldstunden auch noch? Der Vortrag sollte also nicht zu lange werden. Darum sollte man darauf achten, dass der Vortrag nie länger als 15-20 Minuten dauert. Selbst, wenn am Ende lauter interessante Sachen kommen, ist unsere Konzentration erschöpft und alles was danach kommt, wird um einiges langweiliger wahrgenommen als am Anfang. Egal wie gut jemand im Bereich der Rhetorik ist, wenn er zu lange redet, wird der Vortrag zwingend langweilig.

So viele Sinne wie möglich ansprechen

Das hier ist ein absoluter Profitrick und wird meistens nur in teueren Rhetorikseminaren gelehrt. Eine Rede wirkt umso intensiver je mehr Sinne beim Publikum angesprochen werden. Damit ist nicht gemeint, dass man mit einer Parfumflasche durch die Reihen springen soll und dabei alle Leute am Kopf tätscheln soll.

Durch die Rede entführt man die Zuhörer in eine andere Welt. Und auf diese Reise gilt, es dass die Zuhörer sich die einzelnen Sachen vorstellen. Man kann sagen „Stellen sie sich vor sie sind am Strand und riechen das salzige Meer und atmen die Meerluft tief in ihre Lunge ein. Hier gilt es kreativ zu sein, wie man die Sinne bei seiner Rede einsetzen kann.

Das war es für diese Woche wieder von mir. Ich hoffe der Beitrag hat euch gefallen und wir lesen uns nächsten Montag ;).

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