Rhetorik Teil III

Rhetorik betrifft jeden von uns, sei es privat oder beruflich. Ich habe schon im ersten Teil und auch im zweiten Teil einige nützliche Hilfsmittel verraten. Auch heute möchte ich dieses Thema nochmal aufgreifen und eine Technik verraten, welche schon vielen Menschen geholfen hat, charismatischer und selbstbewusster aufzutreten.

Storytelling

Meiner Meinung nach ist es eines der wichtigsten Faktoren, um als guter Rhetoriker durchzugehen und trennt die Spreu vom Weizen. Storytelling heißt, seinem Gegenüber/ das Publikum eine Geschichte zu erzählen.

Es ist so wirksam, weil eine gute Geschichte einen packt und den Zuhörern die erzählten Gefühle am eigenen Leib erleben lässt. Eine gute Geschichte, lädt zum Abschalten ein. Es lässt das Gegenüber in einen tranceartigen Zustand herunterfahren, in welchem man den Stress vergisst und das Gefühl hat etwas zu erleben. 

Verschiedene Arten von Geschichten 

Durch das Erzählen einer Geschichte holt ein guter Redner das Publikum auf seine Seite. Er wirkt nicht mehr wie ein fremder Mensch, sondern wie ein Kollege oder ein Freund. Es gibt hierbei verschiedene Arten von Geschichten: persönliche Geschichten und Geschichten über/von anderen Leuten. Wenn du über Ereignisse redest, die dir selber am eigenen Leib passiert sind, handelt es sich um eine persönliche Geschichte.

Die beste Wirkung wird mit persönlichen Geschichten erzielt. Ich habe schon in den anderen zwei Teilen erwähnt, wie wichtig die Subkommunikation ist. Man kann sie nur bedingt steuern/faken. Unsere Mitmenschen merken es zumindest unterbewusst sofort, wenn jemand unauthentisch auftritt oder nicht. (Hier ist ein interessanter Artikel vom Stern, was unsere Stimme über unsere Persönlichkeit verraten kann). Durch persönliche Geschichten erzeugt man mit seiner Authentizität eine ganz neue Stufe der Intensität.

Stell dir folgendes Beispiel vor: Du hälst eine Rede über den Hunger in Afrika und das jeden Tag tausende Kinder verhungern.

Variante 1: Du ließt einen online Artikel darüber und hälst dann die Rede.

Variante 2: Du fliegst dorthin und siehst den Hunger und die Armut in den Augen der Menschen. Jetzt hälst du die Rede.

Variante 3: Du warst selbst einmal kurz vor dem verhungern oder ein Kind ist vor deinen Augen daran gestorben. Du hälst jetzt diese Rede.

Selbst wenn man in jeder Variante die exakt gleichen Worte verwendet, entsteht bei Variante 1 bei weitem nicht die Intensität wie bei Variante 2. Und bei Variante 2 entsteht nicht die Intensität wie bei Variante 3. 

Unsere Stimme, Gestik und Mimik werden etwas anderes ausdrücken. Darum sollte man versuchen möglichst persönliche Geschichten zu erzählen, welche einen auch emotional bewegen.

Die Person menschlich darstellen

Wie ich oben bereits erwähnt habe, ist Storytelling so effektiv, weil wir Menschen dabei abschalten, in eine andere Welt eintauchen und die Gefühle am eigenen Leib erleben können. Damit wir uns wirklich in die Geschichte hineinversetzen können, darf die Person, um die es geht, nicht als perfekt dargestellt werden. Sie braucht Fehler. Erst das macht sie menschlich und wir können uns mit ihr zumindest teilweise identifizieren. 

Verschiedene Frequenzen

Um charismatischer zu wirken hilft es in verschiedenen Frequenzen zu reden. Ein guter Vorleser variiert mit seiner Stimme. Er würde ein Buch nicht mit der selben Stimmlage vorlesen. Wenn er eine Stelle ließt, wo eine Frau redet, spricht er höher. Bei einem übergewichtigen Mann tiefer und träger. Genau dieser Facettenreichtum macht eine Geschichte erst lebendig. 

Gefühle ansprechen

Damit sich eine Geschichte nachhaltig in die Köpfe der Menschen einbrennt, muss man die Gefühle der Zuhörer ansprechen. Je intensiver und unterschiedlichere Gefühle angesprochen werden, desto spannender wird es. 

Storytelling üben

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten das Storytelling zu üben. Meine absolute Lieblingsübung ist einfach wie auch effektiv. Nimm ein Buch und ließ es laut vor. Versuch das Vorgelesene spannend, interessant und fesselnd klingen zu lassen. Am Anfang wird es sich holprig anfühlen, aber man entwickelt sehr schnell Spass daran, mit den unterschiedlichen Betonungen zu spielen und auszuprobieren.

Eine andere Übung ist es spontan eine Geschichte zu erfinden und diese spannend und in verschiedenen Frequenzen zu erzählen. 

Das war es für heute wieder. Ich hoffe es hat euch gefallen und man ließt sich wieder nächsten Montag ;).

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