Der innere Kritiker

Was ist der innere Kritiker?

Unser innerer Kritiker ist die Stimme in uns, welche auf unsere Schwächen und Unzulänglichkeiten hinweist. Immer wenn wir uns gedanklich sagen 

  • Niemand mag mich
  • Das schaffe ich eh nicht 
  • Ich bin dafür nicht gut genug 
  • Mit mir stimmt etwas nicht
  • Ich bin ein Versager

ist das die Stimme von unserem inneren Kritiker. 

Der innere Kritiker ist, um es auf ein Wort zu beschränken unser Selbstzweifel. Mit unserem inneren Kritiker geht unterbewusst das Gefühl einher, dass wir etwas leisten müssen, um (von uns selber) geliebt und wertgeschätzt zu werden. 

Kennzeichnend ist die übermäßige unbegründete Kritik und dass wir nur das negative und nicht das positive hören.

Selbstzweifel zu haben ist vollkommen normal. Aber bei den meisten Menschen ist der innere Kritiker so stark ausgeprägt, dass die negativen Stimmen uns abhalten unsere Ziele zu verfolgen oder wir uns permanent schlecht fühlen und ein negatives Selbstbild von uns haben.  Ein weiteres Merkmal ist, dass unserer innerer Kritiker keine mildernden Umstände anerkennt und keine konstruktive/lösungsorientierte Kritik folgt, sondern dass wir uns nur schlecht, unbedeutend, hilflos und unmotiviert fühlen.

Wie entsteht der innere Kritiker?

Die Psychologie ist aktuell der Ansicht, dass der innere Kritiker sich in unserer Kindheit entwickelt. Der innere Kritiker entsteht durch übermäßige Kritik von der Außenwelt. Je öfter wir als Kind kritisiert wurden, desto häufiger haben wir die Erfahrung gemacht, mit mir stimmt etwas nicht und ich muss mein Verhalten anpassen. Gerade Kinder mit einer sehr autoritären und strengen Erziehung haben einen ausgeprägten inneren Kritiker. Aber auch Kinder, welche antiautoritär erzogen wurden, haben meistens einen ausgeprägten inneren Kritiker. Zuhause durften sie zwar alles machen, aber spätestens wenn sie in den Kindergarten oder die Grundschule kamen, eckten sie extrem an und wurden sehr häufig von den Lehrern kritisiert und getadelt.

Inneren Kritiker verändern

Den inneren Kritiker kann man nicht einfach über Nacht verschwinden lassen. Seit unserer Kindheit haben wir ihn aufgebaut und mit unseren Selbstzweifel genährt, daher braucht es auch etwas länger, um ihn in den Griff zu kriegen. 

Oft geht mit dem inneren Kritiker ein Mangel an Selbstliebe einher. Ein erster Schritt wäre es daher an dieser Baustelle zu arbeiten. 

Auch ist es hilfreich an seinem Selbstvertrauen zu arbeiten, da wir unserem Unterbewusstsein vermitteln: Wir können das schaffen, was wir uns vornehmen und dass wir selber an uns glauben. 

Eine andere Sache ist es den inneren Kritiker überhaupt zu erkennen. Ein grundsätzliches Merkmal ist die grundlos überzogene Kritik und die harschen Worte. Wir würden keinen Freund oder anderen Menschen erlauben so mit uns zu reden, aber wir machen es selber mit uns. Jedes mal wenn wir diese Stimme hören, müssen wir uns kurz bewusst machen, dass unser innerer Kritiker zuschlägt und dass die Kritik übertrieben und unangebracht ist und uns überlegen wieso.

Angenommen der innerer Kritiker meldet sich: Das schaffst du sowieso nicht, dann können wir einen Moment inne halten und dagegen argumentieren: Ich habe schon ganz andere Sachen gemeistert. Ich bin den Marathon gelaufen, habe das Abitur geschafft…. dann schaffe ich das ja wohl erst recht. 

Das war es wieder für heute. Ich hoffe der Artikel hat euch gefallen und hilft den einen oder anderen weiter. Bis nächsten Montag ;).

2 Kommentare

  1. Der innere Kritiker ist ein heikles Thema. Mir hat der Versuch, mit Autosuggestion gegenzureden, nie zugesagt. Hilfe fand ich vielmehr in der akzeptierenden und transformierenden Arbeit mit den inneren kritischen Stimmen, die ich vom Relationship-Focusing (Ann Weiser Cornell), Kazimierz Dabrowskis postive Disintegration und anderes kennengelernt habe. Gerade experimentiere ich auch mit Formen des automatischen Schreibens. Ich finde, dass blind aufzutippen, was durch den Kopf läuft, auch sehr viel hilft, davon unabhängig zu werden, also seine Gedanken besser steuern zu können.

  2. War auch nie ein Fan von Autosuggestion. Habe es versucht, aber wirklich was getan, hat sich bei mir nicht. Ich glaube das liegt auch daran, dass unser Unterbewusstsein merkt, dass wir uns gerade verzweifelt versuchen etwas einzureden.

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