Freunde gewinnen und beliebt werden

Ich habe schon hier, darüber geredet wie man Freunde findet. Es ging in dem Artikel ganz allgemein wie man neue Menschen kennen lernt und sich anfreundet. Auch zum Thema „Beliebtheit“ habe ich hier geschrieben, wie man sich ein großes Netzwerk von Kontakten aufbaut. Der Unterschied zum heutigen Thema liegt darin, wie man innerhalb von sehr kurzer eine intensive und enge Bindung aufbauen kann.

Das Wissen habe ich aus dem Buch How to influence people & win friends. Ich habe hier die wichtigsten Sachen kurz zusammengefasst.

Regel 1: Sei ein Detektiv

Die Überschrift hört sich als erstes sehr manipulativen an. Gemeint ist damit aber lediglich, dass es um die andere Person geht.

Es ist nichts Neues, dass jeder an sich denkt: Was werde ich heute essen? Was mache ich morgen? Was mache ich wegen diesem bestimmten Problem? Selbst wenn man über andere Leute nachdenkt, passiert das immer im Kontext mit sich selbst: Mag mich diese Person? Denkt sie ich bin blöde, weil ich gerade jenes gesagt habe? Hat sie die gleiche Anschauung wie ich?

Um besser mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren, muss man sich diese Denke immer wieder vor Augen führen. Worüber sich unser Gegenüber wohl fühlt, ist über Sachen, die mit ihm selbst zu tun haben. Sprich über seine Hobbys, Interessen und Leidenschaften. Wenn man ein interessantes Gespräch für das Gegenüber am Laufen halten will, muss man wie ein „Detektiv“ vorgehen und rausfinden, wofür sich die andere Person interessiert und darüber reden. Es wird dabei fast nie zu einer langen oder unangenehmen Gesprächspause kommen, weil unser Gegenüber sich auch für das Gespräch interessiert und es am Leben halten will.

Hier herrscht das Echo-Prinzip: Ab einem gewissen Punkt wird unser Gegenüber auch solche Fragen uns stellen und das ist der Moment, wo sich die Freundschaft anfangen kann zu entwickeln. 

Regel 2: Wertschätzung

 Wertschätzung ist eines der wichtigsten „Werkzeuge“, die ich heute vorstelle. Sogar in der maslowschen Bedürfnispyramide wird Wertschätzung & Anerkennung als eine der Antriebe von uns Menschen definiert.

Wertschätzung kann schnell das Vertrauensverhältnis zwischen zwei Menschen massiv steigern. Die erste Variante, die so simpel wie effektiv ist, ist es den Namen der anderen Person öfters zu sagen. Anstatt zu sagen „Hey wie geht es dir?“ reicht es aus das abzuändern in „Hey Steffen, wie geht es dir?“ Der eigene Name ist das Wort, das wir am liebsten hören. Für uns gibt es fast nichts schöneres was man sagen kann. Unterbewusst lässt es uns groß und wichtig fühlen. Das gilt vor allem dann, wenn man sich erst einmal gesehen hat und dennoch den Namen weiß. Durch den Namen lassen wir unser Gegenüber sich wichtig fühlen.

Der zweite Weg sind Komplimente: Vor allem hier sind Komplimente bezüglich der Person an sich machtvoll. Das wird zusätzlich noch verstärkt, wenn es Komplimente sind, welche die Person noch nicht oft gehört hat. Ein Kompliment über schöne Schuhe, freut uns nicht so sehr wie ein Kompliment über die Persönlichkeit und den Charakter. Es ist viel mächtiger jemandem zu sagen, dass er ein wirklich guter Zuhörer ist und man die Zeit mit ihm genießt, als die neuen Sneaker zu loben. Es zeigt, dass man die Person kennt und sich mit ihr auseinander gesetzt hat (weil man so viel von ihr hält). 

Tipp 3: Focus

Die letzte Regel ist wohl die einfachste von allen. Schenk deinem Gegenüber deine ganze Aufmerksamkeit, wenn du mit ihm redest/ zuhörst. Damit die andere Person sich wirklich verstanden fühlt, muss man sich auf sie fokussieren. Wenn sie etwas sagt, sollte man auf keinen Fall mit dem Handy rumspielen, sondern ihr so zuhören, als gebe es gerade nichts anderes auf der Welt. Das Traurige ist, dass es mittlerweile normal geworden ist während dem Gespräch mit dem Handy zu spielen oder Nachrichten zu schreiben. Wie unhöflich das ist, sei erst mal dahingestellt. Wir vermitteln jedoch unserem Gegenüber, was er sagt, ist nicht wichtig und ich habe besseres zutun. Ich respektiere dich nicht voll und ganz.

Dieses Verhalten ist absoluter Standard heute. Das ist jedoch ein großer Vorteil für uns. Wenn wir so etwas nicht machen, dann heben wir uns nochmal viel mehr von den anderen ab. Unser Unterbewusstsein speichert das alles. Wenn wir es gewohnt sind, dass man uns nicht zu 100 % zuhört und dann macht es auf einmal jemand, dann wirkt das wie ein Booster für die zwischenmenschliche Beziehung.

Resümee

Um das alles umzusetzen, braucht man nur etwas Empathie und Aufmerksamkeit, die Ergebnisse für die zwischenmenschlichen Beziehungen sind jedoch extrem beeindruckend. Ich kann nur empfehlen, das auch auszuprobieren und umzusetzen.

Das war es heute wieder von mir. Ich hoffe der Artikel war interessant und hat euch gefallen. Bis nächsten Montag ;).

5 Kommentare

  1. Zuerst dachte ich, es geht hier um Manipulation – aber eigentlich geht‘s drum, ein Freund zu sein, wie man einen Freund gerne hätte, und dass der Gegenüber das schätzen und spiegeln wird. Ein Werkzeug, um eine interessante, geschätzte Person auch spüren zu lassen, dass sie eine solche ist!

    👍

  2. Das sind gute Anregungen für die Kommunikation mit anderen, danke, lieber Stophel. Das Wort „influence = beeinflussen“ gefällt mir in diesem Zusammenhang jedoch weniger. Ich glaube, dass das Interesse am Mitmenschen ECHT sein muss, sonst spürt das Gegenüber die ichbezogene Haltung. Einem anderen gut zuzuhören, war schon immer eine Kunst! Liebe Grüsse, Elisa

  3. @mitleichterfeder/elisa
    Da widerspreche ich dir überhaupt nicht. Wenn man nicht ein ausgezeichneter Lügner ist, bemerkt unser Unterbewusstsein diese Unaufrichtigkeit. Ich finde sonst geht das auch in Richtung Manipulation, wenn es nicht ehrlich ist.

  4. Wenn mein Gegenüber im Gespräch ein Handy rausholen würde, um darin zu schreiben, wäre das Gespräch für mich beendet. Ich würde die Begegnung abbrechen und gehen.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.