Gehirntraining

Heute geht es darum, unsere Denkleistung zu stärken und unser Gehirn vor dem Abbau  zu bewahren. Ab dem 60. Lebensjahr verliert unser Gehirn jährlich 0,2 Prozent seiner Neuronen. Im Gegensatz zu früheren Auffassungen kann man teilweise dagegen steuern. Der Hippocampus, der zentrale Sitz unserer biografischen- und unseres Faktengedächtnisses, kann selbst im hohen Alter neue Nervenzellen und synaptische Verknüpfungen herstellen. 

Unter bestimmten Voraussetzungen können wir unsere Hirnleistung systematisch steigern.

Der Psychologe Donald Hebb stellte die Hypothese auf, dass sich beim Lernen unserer Hirnstruktur verändern müsse. Gehrinregionen, die wir häufig benutzen, vernetzten sich und gewinnen so an Komplexität. So haben Menschen mit vielen sozialen Kontakten besonders viele neuronale Verknüpfungen in den Hirnbereichen, welche für soziale Interaktionen zuständig sind. Menschen mit wenig sozialen Kontakten haben weniger ausgeprägte Regionen.

Gehirne weißen daher eine gewisse Formbarkeit (=Plastizität) auf.

Das Gehirn ist kein Muskel

Unser Gehirn ist kein Muskel. Es ist viel komplexer und dementsprechend kann man es nicht wie einen Muskel im Fitnessstudio trainieren. Anstatt aus Muskelzellen besteht unser Gehirn aus Milliarden von Neuronen. Wenn wir unsere kognitiven Fähigkeiten verbessern wollen und uns ein besseres Gedächtnis wünschen, reicht es nicht aus das Gedächtnisareal zu trainieren. Denn das Gedächtnis besteht aus unterschiedlichen Abteilungen, welche in verschiedenen Bereichen in unserem Gehirn stationiert sind. 

Stattdessen müssen wir die neuronalen Strukturen trainieren, welche mit unserem Gedächtnis zusammenhängen. Ein Sudoko wäre ein schlechtes Trainingsmittel. Ein Sudoko trainiert weder unser Zahlengedächtnis, noch wirkt es sich auf andere Denktätigkeiten aus. Mit einem Sudoku werden wir bloß besser im Lösen dieser einen spezifischen Aufgabe.

Regelmäßiges Training

Wenn man nur eine lange Zahl auswendig lernen will, trainiert man nur einen kleinen, spezifischen Teil des Gehirns. Besser ist es abstrakte Zusammenhänge, Daten, Fakten zu lernen, welche das gesamte Gedächtnissystem trainieren.

Für fast alle Organe gilt, wenn wir sie stark beanspruchen, altern sie schneller. Unser Gehirn ist davon die Ausnahme. Neuronale Aktivität unterstützt die Nervenzellen des Gehirns vor dem Alterungsprozess. Darum ist lebenslanges Lernen wichtig. Je mehr man das Gehirn beansprucht, desto fitter ist man im Alter. 

Besonders effektiv ist hierfür ist die sogenannte Locci-Methode. Diese zu erklären, wäre aber für den heutigen Artikel zu umfangreich, darum verlinke ich hier die entsprechende Beschreibung.

Achtsamkeitstraining

Die Gesellschaft macht uns zu Multitaskern. Wir bekommen am laufenden Band Emails, Whatsapps, SMS und sonstige Pushnachrichten. Dies führt dazu, dass unser Gehirn andauernd beschäftigt ist. Multitasking trainiert jedoch unser Gehirn nicht. Multitasking führt viel mehr dazu, dass unsere Konzentration abbaut. Die Zeiten in denen man durchgehend konzentriert war, nehmen konstant ab. Konzenttration ist aber die Grundlage für unsere Leistungsfähigkeit. Arbeiten wir mit geteilter Aufmerksamkeit, leidet die Rechenkapazität unseres Arbeitsgedächtnisses. Das Arbeitsgedächtnis brauchen wir um Informationen vorübergehend zu speichern. Alles was wir uns merken wollen, muss als erstes im Arbeitsgedädchtnis verarbeitet werden. Aus diesem Grund sollte man Achtmerksamketsübungen wie Meditation in den Alltag einbauen. Meditation fördert die Leistungsfähigkeit unserer Arbeitsgedächtnisses.

Sport

Sport trainiert nicht nur deinen Körper sondern auch dein Gehirn. Ausdauersport fordert die Durchblutung unserer Nervenzellen. Zudem bekommt der motorische Corzex mehr sauerstoffreiches Blut ab, was sich positiv auf die angrenzenden Hirnareale auswirkt. Gerade hier liegen wichtige Teile des Arbeitsgedächtnisses. 

Abwechslung

Durch zu viel Routine wird unser Gehirn steifer als ohne. Studien haben ergeben, dass das Lernen in verschiedenen Kontexten effektiver ist. So ist das Lernen an verschiedenen Orten oder in unterschiedlichen Stimmungen besser als immer am gleichen Arbeitsplatz. Dadurch gelingt es leichter, das Erlernte in verschiedenen Zusammenhängen abzurufen. 

Das sind meine Tipps, damit unser Gehirn aktiv und fit bleibt. Wenn ihr andere Vorschläge oder Ergänzungen habt, dann schreibt diese gerne in die Kommentare. Ansonsten bis nächsten Montag ;).

2 Kommentare

  1. Leben, also zumindest jenes das ich Führe, ist pures Hirntraining, aber ich spiele ja auch zur Entspannung Schach.

    Wenn ich mich allerdings in meinem Umfeld umsehe, dann sind bei den Meisten die Neuronen schon vorm Fernseher und beim Smartphonewischen verpufft, wie sollte man es sich sonst erklären, dass der Mist, den die Werbung anpreist, auch gekauft wird?

  2. Ein sehr schöner Beitrag.

    Eine kleine Ergänzung: Nicht die Gesellschaft macht uns zu „Multi-Taskern“, wir sind es selbst. Im übrigen kann niemand auf Dauer „Multitasking“, nicht einmal die Frauen, die damit lediglich bemänteln wollen, dass sie gern viele Dinge gleichzeitig anfangen und oft nicht vernünftig zu Ende bringen.

    Was das „Hirn-Training“ betrifft, ja, unser Zentralnervensystem lässt sich trainieren, es braucht dazu Motivation und Ausdauer, wie bei physischer Konditionierung auch.

    Lg. R.

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