Das Parkinsonsche Gesetz

Vor allem Menschen, die Probleme mit dem Prokrastinieren haben, können massiv vom parkinsonschem Gesetz profitieren. Richtig angewendet können wir unsere Produktivität massiv steigern und dennoch viel Zeit sparen.

Das parkinsonsche Gesetz geht auf Cyril Northcote Parkinson zurück. Er stellte fest: Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht. Wie schwierig oder anstrengend die Aufgabe ist, spielt dafür (fast) keine Rolle.

Beispiel für das parkinsonsche Gesetz

Das parkinsonsche Gesetz besagt, dass wir für die Erledigung einer Aufgabe solange brauchen, wie wir Zeit zur Verfügung haben. Wie überall gibt es hier natürlich auch Ausnahmen, dennoch trifft dieses Phänomen bei der großen Mehrheit zu. Vielleicht erinnert ihr euch an eure letzten Haus- oder Seminararbeiten, die ihr abgeben musstet.
Oft hatte man zwei Monate oder mehr Zeit dafür. Anstatt direkt mit der Arbeit anzufangen, haben die meisten sich erstmal entspannt zurück gelehnt. Anstatt sich darum zu kümmern, spielte man Videospiele, traf sich mit Freunden oder faulenzte mit dem Wissen, dass man noch viel Zeit übrig hat, bis die Arbeit abgegeben werden muss.

Kurz vor dem Abgabetermin

Kurz vor dem Abgabezeitpunkt verfallen sie in totale Hektik. Sie haben den Zeitaufwand falsch eingeschätzt. Aus zwei Monaten Bearbeitungszeit wurde fünf Tage Bearbeitungszeit und sie haben keine Ahnung, ob sie die Hausarbeit überhaupt noch schaffen können.

In den meisten Fällen schaffen sie es dann auf die aller letzte Minute. Sie machen die Nacht davor durch und am Tag der Abgabe stehen sie im Copy-Shop, um es ausdrucken und binden zu lassen. Ich habe selber immer am Tag der Abgabe meine Arbeiten binden lassen müssen, weil ich sie die Nacht davor noch schreiben musste.

Wieso ist das so?

Von diesem Beispiel gibt es viele. Der Student, der zu spät mit Lernen anfängt und es dann dennoch schafft die Thematik vor der Prüfung abzudecken. Das wichtige Projekt, dass innerhalb kürzester Zeit fertig werden muss. Sobald wir eine Deadline haben, werden 90 % der Menschen genau zum Zeitpunkt der Deadline fertig. Nicht früher und auch nicht später.

Wir alle arbeiten mal hochkonzentriert und mal weniger konzentriert. Mal lassen wir uns ablenken und dann sind wir unglaublich produktiv und finden Lösungen für komplizierte Probleme. Sobald wir in Zeitnot sind, lassen wir uns nicht mehr von Kleinigkeiten ablenken. Wir arbeiten automatisch fokussiert. Unser Unterbewusstsein merkt, dass uns die Sache wichtig ist und es werden alle unserer geistigen Kapazitäten dafür eingesetzt. Wir haben schlicht nicht mehr die Zeit, um uns wegen unwichtigen Sachen Gedanken zu machen. Durch die Zeitnot wird alles unwichtige beiseite geschoben.

Wie können wir das parkinsonsche Gesetz für uns nutzen?

Des Rätsels Lösung lautet: „Deadlines“. Für jede Aufgabe setze wir uns eine Deadline. Nach dem parkinsonschen Gesetz werden wir genau zu dem Zeitpunkt fertig, wo unsere eigene Deadline liegt. Für die Hausarbeit setzt man sich z.B. eine Deadline von einer Woche, nachdem man das Thema erhalten hat. Diese Deadlines kann man überall verwenden. Man kann sich eine Deadline setzen für das Buch, das man schon immer schreiben wollte. Oder man setzt sich eine Deadline für den Halbmarathon, den man schon immer laufen wollte.

Deadlines verbindlich machen

Ein kleines Problem haben wir dennoch. Unsere eigenen Deadlines sind oft nicht so verbindlich wie die von unserem Chef, der Uni oder einem Lehrer. Oft tauchen dann Ausreden auf wie: „Ach, habe ich es halt nicht in der Woche geschafft, dann halt nächste, ich habe eh noch sechs Wochen Zeit“. Dieser Gedanke zeigt, dass wir uns keine verbindliche Deadline gesetzt haben.

Mit diesen Methoden machen wir unsere Deadlines verbindlicher:

Selbstvertrauen stärken

Selbstvertrauen heißt, dass wir uns selber glauben, was wir uns vornehmen. Wenn wir uns vornehmen mit dem Rauchen aufzuhören und wir ziehen das nicht durch, dann schrumpft unser Selbstvertrauen. Unterbewusst glauben wir uns nicht mehr, wenn wir es noch einmal versuchen wollen. Je öfter wir etwas durchziehen, was wir uns vorgenommen haben, desto mehr Selbstvertrauen entwickeln wir. Je größer unser Selbstvertrauen ist, desto verbindlicher werden unsere eigenen Deadlines. Wir haben schließlich die Erfahrung gemacht, dass unsere Vorhaben für uns extrem verbindlich sind. Hier kannst du genauer nach lesen, wie du dein Selbstvertrauen trainierst.

To-Do-Listen

To-Do-Listen hängen eng mit dem Selbstvertrauen zusammen. Jeden Tag nehmen wir uns vor, was wir erledigen wollen. Es ist sozusagen ein tägliches Training für unsere Willenskraft und unser Selbstvertrauen. Jeden Tag machen wir unserem Unterbewusstsein klar, was wir uns vornehmen, ist verbindlich für uns.

Regelmäßig Deadlines setzen

Bei mir hat es am Anfang auch nicht auf Anhieb geklappt. Ich habe mir Deadlines gesetzt und sie nicht eingehalten. Auch wenn das frustrierend war, habe ich damit weiter gemacht, bis es zu einer Gewohnheit wurde. Immer öfter habe ich mich dann an meine Deadlines gehalten. Je öfter wir das machen, desto eher wird es zum Erfolg führen.

Ich hoffe, der Artikel bringt euch weiter. Ich wende das parkinsonsche Gesetz regelmäßig an.Was ich wärmstens empfehlen kann, ist das parkinsonsche Gesetz mit dem 80/20-Prinzip zu verbinden.
Das war es die Woche wieder von mir, lasst mir gerne ein Like oder Kommentar da und ansonsten lesen wir uns wieder nächste Woche ;).

Euer Stophel

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