Das Erfolgstagebuch

Unterschied zwischen Tagebuch und Erfolgstagebuch

Im normalen Tagebuch schreiben wir die alltäglichen und auch etwas langweiligen Sachen auf. Was hat uns heute gefreut? Was hat uns heute geärgert? Ist irgendetwas besonderes heute passiert? Es muss nichts von wirklicher Substanz sein. Es kann, muss aber nicht. Es ist als rede man mit einem Freund, der fragt: „Wie gehts und wie war dein Tag?“ Ein Tagebuch ist immer die schriftliche Antwort auf die selbst gestellte frage „wie geht es dir und wie war dein Tag?“

Wieso ein Erfolgstagebuch?

In unserer Gesellschaft ist der innere Kritiker weit verbreitet und stark ausgeprägt. Wir machen uns oft wegen Kleinigkeiten fertig oder fühlen uns minderwertig und schlecht. Wir haben insgesamt ein negativ geprägtes Denken. Das heißt, dass wir uns viel mehr auf unserer Fehler konzentriere, als auf unsere Erfolge.

Der Leser kann sich ja mal folgende Frage stellen: Was war dein letzter Erfolg? Das muss überhaupt nichts großes sein, auch kleine Sachen reichen aus. Wahrscheinlich ist vielen keine Antwort darauf eingefallen oder es war etwas, das schon länger als eine Woche zurück lag. Auf die Frage was war der letzte Fehler/ Scheitern war, fällt uns relativ schnell eine Antwort ein, die deutlich weniger lange zurück liegt. Zwar sind Fehler nichts schlimmes, sondern eine Möglichkeit sich zu verbessern und zu wachsen, aber es hängt immer vom Mindset und der Herangehensweise ab. Oft passieren uns doch kleine „Fehler“ über die wir uns ärgern und unser Selbstwert leidet, weil wir uns dafür fertig machen und schlecht fühlen.

Das Erfolgstagebuch soll den Blick auf unsere positiven Sachen wandeln, damit wir uns daran erfreuen und es uns motiviert. Wenn man früher in einer Schulaufgabe eine 1 geschrieben hat, war man motiviert und glücklich. Es geht darum diese Energie und das Gefühl sich regelmäßig bewusst zu machen. 

Was genau schreibt man in das Erfolgstagebuch?

In das Erfolgstagebuch schreibt man alles, was man als persönlichen Erfolg verbuchen kann. 

Am Anfang wird man oft das Problem haben, dass man vor dem Buch sitzt und überlegt. Man weiß gar nicht, was man heute als Erfolg verbuchen könnte. Meistens ist es so, dass wenn man lange genug nachdenkt uns doch ein paar Sachen einfallen. Daran merkt man erst, wie wenig der eigene Blick auf die positiven Sachen gerichtet ist.

Beispiele für kleine, tägliche Erfolge:

  • 1 Woche rauchfrei
  • Sport gemacht
  • Gesund ernährt
  • Kontakt mit alten Bekannten gepflegt
  • Geld gesparrt
  • Etwas Neues gelernt (hierfür empfehle ich diesen Blog ;))
  • Sich draußen an der frischen Luft bewegt
  • Jemanden geholfen
  • Etwas neues ausprobiert
  • Die To-Do-Liste abgearbeitet

Es reichen schon kleine Erfolge vollkommen aus. „Große Erfolge“ kommen nur sehr selten vor. Für diese ist oft ein langer Weg erforderlich, wo man an vielen einzelnen Tagen erfolgreich sein musste. Für den Traumjob, musste man viele Jahre erfolgreich studieren und sich gegen Bewerber durchschlagen. Für körperliche Fitness musste man sich jahrelang bewegen. Für Gesundheit musste man auf Alkohol verzichten und sich gesund ernähren. Gerade diese kleinen alltäglichen Sachen wie „heute habe ich in der Bibliothek gelernt und mein Lernziel erreicht“, machen wir uns selten vor unserem inneren Auge bewusst. 

Das Erfolgsjournal soll uns helfen, die letzten fünf Minuten des Tages zu nutzen, um uns unserer Erfolge bewusst zu machen.

Vorteile des Erfolgstagebuchs:

  • Wir bekämpfen dadurch aktiv unseren inneren Kritiker. Das Erfolgstagebuch ist ein super Werkzeug um aktiv gegen Minderwertigkeitskomplexe und Selbstzweifel zu kämpfen. Anstatt dass wir uns durchgehend schlecht machen, halten wir uns jeden Abend den Spiegel vor und sagen uns, was wir gut gemacht haben.
  • Wir verbessern unser Selbstwertgefühl
  • Wir steigern unser Selbstbewusstsein
  • Wir bekommen einen positiveren Blickwinkel auf unser Leben
  • Wir visualisieren damit unsere Ziele
  • Es steigert unsere Motivation
  • Wir werden objektiver. Meistens haben wir nur unsere negativen Seiten im Blick. Durch das Erfolgstagebuch erschaffen wir ein Gegengewicht. 
  • Wir werden reflektierter. Das Tagebuchschreiben allgemein, zwingt uns dazu nochmal unseren Tag Revue passieren zu lassen. Wir verarbeiten in wenigen Minuten nochmal das komplette Geschehen.
  • Tagebuch/ Erfolgstagebuch schreiben ist eine Art der Meditation
  • Wir werden uns unserer Prioritäten bewusster.

Fazit für das Erfolgstagebuch

Ich bin definitiv ein großer Fan des Erfolgstagebuchs. Am Anfang ist es jedoch sehr ungewohnt. Man denkt oft: Heute habe ich Nichts was ich aufschreiben kann. Je öfter man in sein Erfolgstagebuch schreibst, desto mehr merkt man, dass dies selten der Fall ist. Was ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen kann: Es steigert die Motivation. Zum einen weil wir viele positive Assoziation mit dem Erreichen von Erfolgen setzen. Zum anderen, weil ich mir schon öfters während des Tages gedacht habe: Ich habe zwar keine Lust das zu machen, aber ich will das später in mein Erfolgstagebuch schreiben.

Das war es diese Woche wieder von mir ;). Lasst mir gerne ein Kommentar da, ansonsten lesen wir uns wieder nächsten Montag ;).

Euer Stophel

2 Kommentare

  1. Lieber Christoph, ich mag deinen Blog! Du behandelst immer so tolle Themen. Ein Erfgstagebuch führe ich selbst auch, allerdings erst seit zirka einem Monta. Ich habe vor einem halben Jahr schon mal begonnen gehabt, allerdings mit einer vorgefertigten Maske und das war nicht so mein Ding. Jetzt habe ich aber einfach ein nettes Heft, in das ich formlos reinschreibe. Das funktioniert gut. Ich habe eigentlich damit begonnen, weil ich das Problem habe, immer mehr und mehr schaffen und erreichen zu wollen. Das ist ja ansich gut, aber ich habe aus den Augen verloren, was ich schon erreicht habe und Freunde mussten mich immer wieder darauf hinweisen. Ich bin zwar sicher immer noch der typische over achiever, aber mit mehr Bewusstsein für das, was ich schon erreicht habe und was ich jeden Tag so auf die Kette bekomme. Dadurch bin ich zufriedener mit meiner Leistung.
    Achja, du sagst das so schön, das man unangenehme Dinge erledigt, weil man sie abends ins Erfolgsjournal eintragen will. Ist bei mir das ganz Gleiche. Das gibt einen richtigen Motivationskick!
    Freu mich schon auf deine nächsten Beiträge!
    Claudia

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