Motivation durch die Locus-Methode

Unser großes Problem ist die dauerhafte Motivation. Wenn wir zum Beispiel unsere Neujahrsvorsätze fassen, strotzen wir voller Motivation und Tatendrang. Wir wollen regelmäßig Sport treiben, weniger trinken oder ein neues Projekt anfangen. Die meisten dieser Vorhaben scheitern jedoch. Die anfängliche Motivation lässt nach spätestens ein paar Wochen nach und alles ist beim Alten. 

Die Locus-Methode basiert auf einer Studie aus Cambridge, welche herausgefunden hat, wie man stattdessen langfristig motiviert bleibt.

Die Studie der Locus-Methode

Schüler in den USA mussten verschiedene Tests wie Rechenaufgaben und Puzzles lösen. Im Anschluss wurden allen Schülern gesagt, dass sie eine extrem hohe Punktzahl erreicht haben. Man hat dies auch denjenigen gesagt, welche sehr schlecht im Test abgeschnitten haben.

Danach hat man die Kinder in zwei Gruppen unterteilt. Der ersten Gruppe wurde gesagt, dass sie so gut abgeschnitten haben, weil sie schlichtweg intelligent sind.

Der zweiten Gruppe wurde gesagt, dass sie so gut abschnitten haben, weil sie hart dafür gearbeitet haben.

Anschließend haben die Schüler drei weitere Puzzles bekommen. Ein einfaches, ein mittelschweres und ein sehr schweres Puzzle. Die Kinder, denen man gesagt hat, sie seien schlau, haben sich überwiegend für das einfache Puzzle entschieden. Sie haben wenig Anstrengungen gezeigt und später angegeben, dass sie kaum Spass bei der Aufgabe hatten. Das sind alles Anzeichen für eine sehr geringe Motivation.

Die zweite Gruppe, welcher man gesagt hat, sie habe hart für ihr gutes Testergebnis gearbeitet, hat sich überwiegend für das schwere Puzzle entschieden. Sie gaben später an, dass sie bei dem Puzzle viel Spass hatten und haben Anzeichen für einen hohen Motivationsgrad gezeigt.

Locus of control: Die Locus-Methode

Die Studie gab als Grund für dieses Phänomen den locus of control an. Übersetzt heißt es die Kontrollüberzeugung

Die Kontrollüberzeugung gibt an zu welchem Grad man glaubt, die Kontrolle über sein Leben zu besitzen. 

Es gibt hier die externale Kontrollübrerzeugung und die internale Kontrollüberzeugung. Externale Kontrollüberzeugung beschreibt die Überzeugung, dass externe Faktoren für den Erfolg und die Geschehnisse um einen herum verantwortlich sind. So wurden die Schüler, welche man gesagt hat, dass sie „nur“ schlau sind, in ihrer externalen Kontrollüberzeugung bestärkt. Ursache für ihren Erfolg waren äußere Faktoren, ihre Gene, etwas worauf sie keinen Einfluss hatten.

Internale Kontrollüberzeugung ist die innere Überzeugung, dass man selber die Kontrolle über sein Umfeld und seine Erfolge hat. Die eigenen Anstrengungen und Mühen sind verantwortlich für den persönliche Erfolg. Es ist der Glaube, selber die Geschehnisse im Leben in der Hand zu haben.

So dachten die Schüler, denen man gesagt hat, sie haben hart gearbeitet, es liegt an ihren Anstrengungen und Mühen. Ihre internale Kontrollüberzeugung wurde als Folge aktiviert. Es ist der Glaube, selber die Geschehnisse im Leben in der Hand zu haben. 

Diese und weitere Studien zur Kontrollüberzeugung haben gezeigt, dass die internale Kontrollüberzeugung die Lösung für langfristige Motivation ist. 

Die Locus-Methode umsetzen

Wie man an der Studie sieht, ist es nicht wichtig, ob man wirklich hart arbeitet sondern, ob man glaubt, hart zu arbeiten. Man muss es sich seiner Anstrengungen mehr bewusst machen. 

Um das umzusetzen, muss man sich Herausforderungen stellen, persönliche Probleme lösen, oder neue Sachen ausprobieren. 

Danach muss man sich bewusst machen, dass man das Problem aus eigener kraft gelöst hat und die Erfolge auf den eigenen Anstrengungen beruhen. 

 Beispiele für die Locus-Methode

Beispiele um die internale Kontrollüberzeugung zu stärken, wäre es regelmäßig Sport zu treiben und auf die Ernährung zu achten, wenn man mit seinem Körper unzufrieden ist. Eine andere Form wäre ein persönliches Projekt anzufangen, wie sein erstes Buch zu schreiben. Wenn man eine Lebenskrise durchgemacht hat, kann man sich bewusst machen, wie man damit umgegangen ist und gestärkt daraus hervor kam.

Es reichen auch schon kleine Schritte für die Lotus-Methode aus. Neue Gewohnheiten, wie mit dem Rauchen aufzuhören oder täglich einen Apfel zu essen genügen schon.

Sobald die internale Kontrollüberzeugung angeregt wird, steigt die Motivation in allen Lebensbereichen. Wir sind motivierter neue Sachen auszuprobieren und an unseren Zielen dranzubleiben.

Das war es diese Woche wieder von mir. Ich hoffe der Artikel hat euch gefallen, wir lesen uns wieder nächsten Montag ;).

Euer Stophel

2 Kommentare

  1. Dass der Glaube an die Möglichkeit, Ergebnisse durch eigene Anstrengung zu erzielen, Voraussetzung für Motivation ist, liegt ja auf der Hand. Wenn ich glaube, alles sei gottgegeben oder durch gesellschaftliche Faktoren bestimmt, bleibe ich passiv. Ich sehe das immer wieder, wenn Menschen mir sagen, dass sie sehr gerne malen würden, aber leider keinerlei Begabung hätten. Sie könnten nicht mal einen geraden Strich ziehen. Das ist manchmal eine fremd, oft aber auch selbstinduzierte Bockade, die jede Anstrengung verhindert. Um das zu verstehen, braucht man keine dieser für mich lächerlichen Experiment-Anordnungen, die in den US-Sozialwissenschaften so beliebt sind. Ein Lob durch den Versuchsleiter kann keine langfristige Deblockierung des Glaubens an die eigene Kraft bewirken.

  2. „Tu was, dann wirds was!“ sagte meine Mutter immer. Ja, sobald man sich aktiv einer Sache annimmt, stellt sich auch ein Erfolgserlebnis ein, egal wie dieses Ergebnis aussieht. Sich nur auf Begabungen zu verlassen, klingt eintönig. Ich glaube auch nicht, dass allein die Begabung ausreicht für Erfolg, in welchem Bereich auch immer.
    Ein interessanter Gedanke ist es jedenfalls, den man sich immer wieder mal bewusst machen sollte. 🙂

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