Kompetent auf andere wirken

In der Regel gehen wir immer zu dem Fachmann, der am kompetentesten wirkt. Wir besuchen den Arzt, den wir für am besten halten. Wir buchen den Handwerker, wo wir glaube, er macht die beste Arbeit. Wir wollen die beste Person, um unser Problem zu lösen.

Doch was ist entscheidend, um kompetent zu wirken? Wenn man nicht Medizin studiert hat, wird es schwer zu beurteilen, welcher Arzt besser ist. Dennoch hört man sehr oft von Bekannten: Ich habe einen sehr guten Arzt. Wir Menschen haben ein Schubladendenken. Wenn sich unser Gegenüber entsprechend verhält, werden wir ihn als eine kompetente Person einschätzten, egal ob er es ist oder nicht. Im folgenden beschreibe ich die Tricks, womit wir kompetent wirken.

Der erste Eindruck zählt

Der erste Eindruck zählt. Das ist ein Sprichwort, dass jeder schon einmal gehört hat. Mehrere Studien haben bewiesen, dass darin sehr viel Wahrheit steckt. Wir Menschen ändern nur ungern unsere Meinung. Sonst hätten wir uns geirrt und eine falsche Entscheidung getroffen. Sobald wir eine Entscheidung getroffen haben, ob unser Gegenüber kompetent ist oder nicht, wird es um ein vielfaches schwerer für uns, davon wieder abzurücken. Anstatt objektiv die Sache zu betrachten, werden wir unterbewusst nach Eigenschaften suchen, die unsere vorgefertigte Meinung bestätigen. Eigenschaften, welche unsere Meinung widerlegen könnten, werden wir stattdessen eher ausblenden.

Wenn wir von unserem Gegenüber als kompetent wahrgenommen werden, ist es sehr schwer für ihn, seine Meinung zu ändern. Wir werden kompetent für ihn bleiben. Darum muss man vor allem am Anfang darauf achten, professionell zu wirken. Das kann man durch verschieden Aspekte erreichen. Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein ist hierfür ein großer Punkt. Kleidung ist ein weiterer Punkt hierfür. Ein Anwalt mit einem perfekt sitzenden Anzug wirkt automatisch kompetenter als ein Anwalt mit einem zu großen Sakko und zu kurzer Krawatte. Vor allem der Ruf, den wir haben, entscheidet über unsere Wahrnehmung. Haben wir einen Ruf, dass wir immer pünktlich und zuverlässig sind oder, dass wir alles eher zu spät kommen und unzuverlässig sind?

Ein positives Ergebnis wirkt kompetenter als ein negatives Ergebnis

Der Psychologe Barry Schlenker führte 1982 folgendes Experiment durch: Eine Gruppe von Testpersonen sollten eine Prognose über ihr zukünftiges Arbeitsergebnis abgeben. Eine zweite Gruppe sollte dann diese Arbeitsergebnisse bewerten. Diejenigen, welche im Vorfeld ein positives Ergebnis über ihre Arbeit prognostiziert haben, wurden als kompetenter bewertetet, als diejenigen mit einer negativen Prognose.

Die Schlussfolgerung ist folgende: Man sollte bezüglich seiner eigenen Arbeit positiv anstatt negativ berichten. Natürlich sollte man nicht lügen oder sich auf Biegen und Brechen etwas falsches einreden. Jedoch ist es so, dass die meisten Menschen dazu neigen, die Erwartungen anderer bezüglich ihrer Arbeit niedrig zu halten. Ganz nach dem Motto: Lieber eine positive Überraschung als eine Negative liefern.

Es ist ein Schutzmecahhnismus, da man so im Falle eines Misserfolges nicht schlechter da stehen wird. Jedoch assoziieren wir negative Prognosen mit Inkompetenz. Selbst wenn das Projekt entgegen deiner negativen Prognose gut läuft, wirkst du damit inkompetenter, wie mit einer positiven Prognose, weil du die Situation falsch eingeschätzt hast. Außerdem wird man den Erfolg dir nicht zu 100 % zuschreiben, weil du selber nicht damit gerechnet hast. Der Erfolg wird als Glück und nicht als Ergebnis von harter Arbeit bewertet.

Kompetent durch Assoziationen

Dieser Punkt hängt mit dem vorigen zusammen. Man wirkt kompetenter, wenn man mit positiven Dinge assoziiert wird.

Früher wurden Boten umgebracht oder mit Gold überhäuft, wenn sie schlechte oder gute Nachrichten überbrachten, obwohl sie nichts dafür konnten, dass ein Krieg ausbricht oder ein Feldzug erfolgreich war. Dennoch wurde diese unmittelbar mit ihnen in Verbindung gebracht.

Darum sollte man alle negativen Nachrichten, mit denen man in Verbindung gebracht werden kann, vorsichtig umgehen. Wenn man schlechte Nachrichten überbringen muss, sollte man versuchen den Fokus auf die positiven Sachen zu lenken. Eine andere Möglichkeit ist es die negativen Nachrichten per Telefon oder E-mail zu überbringen. Dadurch ist die Assoziatoion nicht so stark. Wenn man aber selber einen großen Fehler gemacht hat, sollte man diesen allerdings persönlich zugeben und nicht versuchen unter den Teppich zu kehren.

Im Gegenzug sollte man bei positiven Nachrichten möglichst lange darüber sprechen, damit die Assoziationen länger und intensiver ist.

Intelligenz = Kompetent

Für die meisten Menschen wird Kompetenz mit Intelligenz gleichgesetzt. Das heißt sobald jemand intelligent auf uns wirkt, glauben wir dass er auch kompetent ist. Intelligent kann man auf verschiedene Arten wirken. Der erste Punkt ist das Aussehen. Wir sind anfällig für Schubladendenken. Besonders Menschen mit Brille stehen wir in die Schublade „intelligent zu sein“.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist unsere Sprache. Was für ein Vokabular benutzen wir? Sprechen wir Dialekt oder Hochdeutsch? Wie groß ist unser Wortschatz? Wichtig ist es Füllwörter wie „halt“ oder „ähm“ zu vermeiden. Ein allgemein rhetorische sicheres Auftreten, hilft hierfür ungemein. Tipps um die eigene Rhetorik zu verbessern erfährst du hier.

Körpersprache

Auch die Körpersprache ist wichtig. So macht es einen großen Unterschied, ob man eine gebückte oder aufrechte Körperhaltung hat. Aufrechte Körperhaltung spricht für Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Das sind Eigenschaften, welche wir automatisch mit Kompetenz verbinden. Hier sind vier Übungen, um die eigene Körperhaltung zu verbessern.

Das war es diese Woche wieder von mir. Lasst mir gerne ein Kommentar da, ansonsten lesen wir uns wieder nächsten Montag ;).

Euer Stophel

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