Die Dopamin-Diät

Was ist Dopamin?

Dopamin ist ein Botenstoff im menschlichen Körper und sorgt dafür, dass wir uns glücklich fühlen. Je mehr Dopamin ausgeschüttet wird, desto glücklicher sind wir. Wenn man in der Schule eine gute Note bekommt, schüttet unser Gehirn Dopamin aus. Bei einen Fallschirmsprung schüttet unser Körper auch Dopamin aus. Dieser Botenstoff ist dafür verantwortlich wieso Rauchen süchtig macht. Das Nikotin lässt unser Gehirn automatisch Dopamin herstellen. Wenn wir aufhören mit dem Rauchen, verzichten wir auf dieses Dopamin und fühlen uns deswegen weniger glücklich. Wir möchten wieder zu unserem ursprünglichen Zustand zurück und fangen erneut mit dem Rauchen an.

Verschiedene Dopaminquellen

Wir haben viele verschiedene Dopaminquellen: Fernsehschauen, Zocken, Süßigkeiten, Alkohol, Kaffee, Internet und sogar Werbung erzeugt Dopamin in unserem Kopf. Wir würden diese Sachen gar nicht machen, wenn sie uns nicht ein positives Gefühl vermitteln. Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung, können wir schnell an hohe Mengen Dopmamin kommen. Ein Handyspiel runterladen, dazu Bier trinken, nebenbei Schokolade essen und im Hintergrund läuft noch eine Serie auf Netflix. Das sind alles starke Reize, welche viel Dopamin ausschütten lassen.

Wieso verzichten?

Vielleicht stellt sich die Frage, wieso man darauf verzichten sollte. Schließlich ist es doch etwas Gutes, wenn man glücklich ist. Ist es nicht gerade der Grund, wieso wir arbeiten gehen, damit wir uns später glücklich fühlen, indem wir uns bestimmte Sachen leisten können?

Aufgrund der Masse an verschiedenen Quellen von Dopamin und der Intensität (welche es vor 100 Jahren noch nicht mal ansatzweise gab), brauchen wir immer höhere Mengen an Dopamin. Ein Vergleich wäre Alkohol. Wenn man jeden Tag Alkohol trinkt, dann hat ein einziges Bier eine geringere Wirkung auf das persönliche Rauschempfinden, als wenn man zum aller ersten Mal in seinem Leben ein Bier trinkt. Unser Körper ist an den Alkohol gewöhnt. Er braucht jetzt mehr Alkohol, um die gleiche Wirkung zu erzielen. 

Das gleiche Prinzip steckt hinter dem Dopamin. Wir sind es gewohnt, uns jeden Tag mit sehr vielen Dopaminquellen zu versorgen. Nach einer gewissen Zeit wirken sie schlechter und wir brauchen mehr. 

Es klingt zwar paradox, aber dadurch werden wir unzufriedener, weil die ursprünglichen Mengen nicht mehr ausreichen. Wie ein Alkoholiker müssen wir unsere Dosis erhöhen. Aus einen Feierabendbier werden zwei. Aus einer Folge wird eine Staffel.

Die Zerstreuung und Angst vor uns selbst

Ein anderer Grund für den Verzicht ist, dass Dopamin uns hilft uns zu zerstreuen. Wir lenken uns mit Süßigkeiten, Alkohol, Drogen oder Zigaretten ab.

Wir mögen uns bzw. verschiedene Teile unsere Persönlichkeit nicht, darum flüchten wir davor indem wir uns zerstreuen. Wir fühlen uns nicht damit okay, dass wir sind, wie wir sind. Damit wir uns dieser inneren Unzufriedenheit nicht stellen müssen, zerstreuen wir uns durchgehend. So müssen wir uns nicht mit uns selber auseinander setzen. Ein starkes Indiz dafür ist, wenn man nicht alleine sein kann oder es einem schwer fällt Stille auszuhalten.

Nachteile an zu viel Dopamin

Nachteil daran ist, dass wir uns weniger an kleine Sachen erfreuen. Unser Gehirn ist es gewohnt Dopamin bei starken Reizen wie Serien, Süßigkeiten und Alkohol auszuschütten. Die kleinen Sachen im Alltag haben einen viel zu schwachen Reiz um wirklich viel Dopamin auszuschütten. Um auf das Alkoholbeispiel zurück zu kommen: Es ist als würde ein Alkoholiker versuchen mit einem Radler einen Vollrausch herbeizuführen. Es ist nett, aber mehr auch nicht.

Unser Gehirn ist dauererschöpft

Das ist auch der Grund wieso die Werbung immer greller und blinkender wird. Werbung ist darauf ausgelegt bei uns viel Dopamin auszuschütten. Wir sind durch viel Werbung und viele Außenreize extrem abgestumpft. Damit uns normale Werbung im Internet überhaupt auffällt, muss sie sehr hell und blinkend sein. Das erzeugt einen stärkeren Reiz in unserem Gehirn. Unser Gehirn ist damit beschäftigt alle unwichtigen Sachen rauszufiltern und nur das Wichtige zu behalten. Je greller etwas ist desto wichtiger erscheint es uns.

Das ist ein Grund, wieso viele Menschen sich ausgelaugt und müde fühlen. Durch die vielen Reize die wir durchgehend ausgeliefert sind, kann unser Gehirn keine Pause einlegen und keine neue Kraft tanken. Es ist völlig erschöpft und müde. Unser Gehirn ist nicht dafür konzipiert so vielen Reizen ausgesetzt zu sein. Vor 100 Jahren gab es nur einen Bruchteil an Eindrücken, wie es heute durch unsere Handys, Süßigkeiten usw. erzeugt wird. Durch diese Erschöpftheit, entsteht oft eine innere Unruhe. Wir sind viel unproduktiver und weniger leistungsfähig, da unser Gehirn, durchgehend beansprucht ist, und so gut wie nie entspannen und sich ausruhen kann. 

Dopamin-Diät

Was kann man dagegen tun?

Wir sind es gewohnt viele Reize und Domainquellen zu haben. Wir müssen uns wieder daran gewöhnen, mit weniger auszukommen. 

Das schaffen wir mit einer Dopamin-Diät. Dadurch ist unser Gehirn weniger aufgepustscht und kann bei normalen Sachen wieder genügend Dopamin ausschütten ohne dass wir massiven Außenwirkungen wie Alkohol oder Süßigkeiten brauchen. 

Es geht darum kleine Sachen wieder zu etwas Besonderem zu machen.

Bei diesem Entzug geht es darum, einen ganzen Tag Nichts zu machen. Ziel ist es so wenig Dopamin, wie nur möglich zu erzeugen. An diesem Tag, darf man nichts essen, nicht ins Internet, keine Videos sehen, kein elektronisches Gerät benutzen, keinen Kaffee, keine Freunde besuchen und mit niemanden reden und auch nichts lesen. 

Was man machen darf: Wasser trinken, meditieren, „leichten Sport“ wie spazieren gehen und schreiben. Das ist alles. 

Was bringt die Dopamin-Diät wirklich?

Wie effektiv ist das wirklich? Wie langfristig sind die positiven Veränderungen? Hat man danach mehr Motivation und ist zufriedener? Ist das alles nur ein Hype, der überschätzt wird oder stimmt das? Nächste Woche berichte ich über meine persönlichen Erfahrungen, einen kompletten Tag auf der Dopamin-Diät zu sein.

Bis dahin alles Gute und wir lesen uns nächsten Montag wieder ;). 

Euer Stophel

8 Kommentare

  1. Auch der Sport schüttet Dopamin aus…also wenn schon nichts tun, dann auch kein Sport. Sport kann bei vielen Menschen kompensieren…was ich normalerweise auch als sehr gut empfinde aber nicht bei einer Dopamin-Diät :-)….Liebe Grüße Tete
    Spazieren gehen zähle ich nicht dazu…

  2. jap, definitiv. ich meinte „leichten Sport“ wie Spazieren bzw. Aktivitäten die nicht so anstrengend sind :). Werde das nachher korrigieren, danke 🙂

  3. nichts zu danken… ich dachte so beim Lesen, dass mit dem Sport passt nicht so ganz…. schön, dass du meine Anregung berücksichtigst🙃😊….

  4. Ein spannendes Thema. Ich merke auch schon, dass es mir gut tut, einfach weniger Reize im Alltag zuzulassen. Ich nehme mehr wahr und bin irgendwie „tiefer“ zufrieden als nach Tagen/Wochen mit vielen Reizen, die in die Dopaminkategorie fallen. Darf man an einem Entzugtag denn auch normale Dinge tun wie aufräumen, putzen, usw.? Wenn man keine Freunde treffen darf, wie ist es dann, wenn man Familie hat? Kinder, Partner… darf man dann an dem Tag nicht küssen, kuscheln, miteinander lachen usw.? Dabei dürfte doch auch Dopamin ausgeschüttet werden 😉 ? Ich bin sehr gespannt auf deinen Erfahrungsbericht.

  5. Prinzipiell sollte man keinen Kontakt mit anderen Lebewesen haben. Es geht auch darum, sich mit sich selber auseinanderzusetzen. Mit Serien, Alkohol & Freunde kann man sich z.B. immer ablenken von Problemen und allen. Wenn diese ganzen Faktoren nicht mehr da sind, dann bleibt nicht mehr viel übrig und man ist quasi gezwungen sich auch mit sich selber zu beschäftigen. Darum ist auch Schreiben erlaubt, weil das dort einen extremen Mehrwert hat.

    Mit Familie ist das in dieser „extremen Form“ nicht möglich. Aber man kann vielleicht eine light Version machen. Z.B. halben Tag frei nehmen und während die Kinder im Kindergarten sind 3-5 h das machen (dann würde ich aber spazieren weglassen). Und zusätzlich schauen, dass man den restlichen Tage auf intensive Reize verzichtet (also Serien etc.)

    Putzen etc. sollte man in der hardcore Variante auch nicht. Also 5 Minuten Abwasch ist jetzt nicht schlimm, aber 5 h Wohnungsputz und dann erschöpft ins Bett fallen ist auch was anderes. Zum einen lenkt man sich auch von der Stille und der Auseinandersetzung mit sich selber ab, zum anderen kann es auch ein positives Gefühl (Glückshormon Serotonin) erzeugen, wenn man viele Dinge auf der Todoliste abhakt und sieht wie produktiv man heute war. Das ist nicht der Gedanke. Klar viel Dopamin wird biem putzen nicht ausgeschüttet und es ist dennoch viel besser als wenn man es überhaupt nicht macht, aber bei einen reinen Entzug würde ich darauf verzichten.

    Wie das genau ausschaut, erfährst du nächste Woche 😉

  6. Ein sehr interessanter Artikel! Ich würde es aber nicht so radikal machen, denn ich finde einen ganzen Tag alleine und ohne Reize schwer zu realisieren.
    Warum aber nicht immer wieder mal auf einzelne Reize verzichten? Nach einer Woche ohne Süssigkeiten schmeckt ein einzelnes Stück Schokolade wunderbar!

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