Selbstexperiment: Dopamin fasten

Im letzen Artikel bin ich schon darauf eingegangen, was hinter dem Dopamin fasten steckt und welche Vorteile es hat. Diese Woche habe ich es selber ausprobiert und schildere euch meine Erfahrungen.

Wieso Dopamin fasten?

Eine kurze Zusammenfassung, worum es geht: Wir setzen unserem Gehirn jeden Tag viele Reize aus, welche eine Menge Dopamin ausschütten (Sovcial Media, Netflix, Alkohol, Internet, Handy etc.). Dies führt zum einen dazu, dass wir eine extrem hohe Tolleranzgrenze haben und uns an Kleinigkeiten im Alltag weniger erfreuen. Wir sind unzufriedener und unser Gehirn ist dauererschöpft. Durch diese Dauererschöpfung sind wir unkonzentrierter, verlieren schnell die Aufmerksamkeit und sind weniger leistungsfähig.

Außerdem nutzen wir diese „Dopamin-Quickes“ dazu uns zu zerstreuen. Dadurch müssen wir uns nicht mit uns selbst und unseren Problemen beschäftigen. Wenn ihr mehr dazu erfahren wollt lest den letzten Artikel.

Spielregelen

Was ist erlaubt?

Einen kompletten Tag, darf ich nur Wasser trinken, meditieren, leichten Sport betreiben und schreiben (mit Stift und Papier). Mehr ist nicht erlaubt.

Ich darf also weder mit anderen Menschen kommunizieren (außer in Notfällen), nicht ins Internet, kein Social Media nutzen, Videos anschauen und auch nichts essen.

Meine Gedanken vor dem Experiment

Ich war ziemlich neugierig auf dieses Experiment. Meine Gedanken waren, dass ich mich große Teile des Tages langweilen werde, aber auch wichtige Sachen der Selbsterkenntnis für mich rausfinde. Meine größten Bedenken war bezüglich des Nichts essen dürfen. Ich habe noch nie gefastet und immer schon bei kleinen Anzeichen des Hungers, sofort was gegessen. 

Der Tag beginnt

Mein großer Vorteil war, dass ich morgens nie Hunger habe, von daher war das fehlende Frühstück kein Problem für mich. Ich machte mich normal fertig und begann den Tag mit einem Spaziergang. Bezüglich Sport ist wichtig zu sagen: Es soll kein anstrengender Sport sein, dass man danach ausgepowert ist. Es soll auch nicht die Muskeln stählen, sondern nur leichte Bewegung für den Körper sein. 

Nach diesem Spaziergang, war mir auch schon langweilig. Ich meditierte, einfach nur weil ich sonst nicht wusste, was ich tun sollte. Danach saß ich einfach nur blöd rum. Anfangs versuchte ich diese Langeweile und Stille zu genießen. Das klappte auch ganz gut, weil es eine komplett andere Erfahrung war. Allerdings hielt das nur für eine begrenzte Zeit an.

Was ich wirklich den ganzen Tag über feststellen konnte: Die Zeit vergeht extrem langsam.

Meditation während ich Dopamin faste

Ich habe mehrere Male an diesem Tag meditiert. Es ist mir dabei einfacher gefallen im Moment zu bleiben und nicht in Gedanken abzuschweifen also sonst. Ich glaube das liegt daran, dass man sich für diesen Tag nichts vorgenommen hat und nichts anderes machen kann. Man ist durch dieses Experiment von der alltäglichen Hektik und dem Alltagsstress befreit.

Das Schreiben

Das Schreiben war sozusagen die einzige „Ablenkung“. Ich habe an diesem Tag extrem oft und viel geschrieben.

Ich bin in mich gegangen und habe aufgeschrieben, was meine Ziele sind, was ich im Leben erreichen will, wieso ich das möchte, wie ich das erreichen möchte. Das sind aber alles Sachen gewesen, die ich schon früher mal gemacht habe. Das ging also sehr schnell.

In vielen Erfahungsberichten stand, dass die Leute durch das Schreiben in diesem Experiment große Selbsterkenntnis erreicht haben. Ich habe angefangen mir zu überlegen, was wäre wenn ich in verschiedenen Situationen wäre. Angenommen ich wäre in der Dritten Welt aufgewachsen oder Sohn eines Milliardärs oder der zweite Albert Einstein, wie wäre mein Charakter anders? Wäre der Kern meiner Persönlichkeit der Gleiche? Was wären dann meine Ziele? Die Gleichen? Wieso? Was würde ich anders machen, um diese zu erreichen? Wäre es für mich leichter oder schwieriger glücklich zu sein?

Gerade diese letzten Fragen kann ich jedem empfehlen. Es hilft meiner Meinung nach herauszufinden, was man wirklich will. 

Ein andermal habe ich darüber geschrieben, welche Kleinigkeiten mein Leben verändern könnten? Was wären neue Gewohnheiten, die mein Leben verbessern?

Wie fühle ich mich?

Worüber ich auch viel geschrieben habe, war wie ich mich gerade fühle. Man verbringt den ganzen Tag alleine und ohne Ablenkung. Ich habe analysiert, wie es mir dabei geht, wieso ich mich so fühle, wie ich mich gerade fühle.
Dabei bin ich viele Sachen aus der Vergangenheit durchgegangen. Streitereien und habe sie aus anderen Blickwinkel betrachtet. Das hat viel Zeit in Anspruch genommen, aber die hatte ich an den Tag ja genug.

Insgesamt war das Schreiben eine extreme Selbstreflexion. Ich glaube so viel Zeit nimmt man sich nie. Und durch die Langeweile macht man das auch gerne und sehr detailliert… Man möchte ja auch, dass der Tag endlich vorbei geht.

Sonstiges

Große Teile des Tages waren schlichtweg langweilig. Wie bereits oben erwähnt, die Zeit vergeht extrem langsam.

Der Hunger war meine größte Befürchtung, aber es ging erstaunlich gut. Gegen Mittag wollte ich zwar etwas herzhaftes essen, aber mit Wasser trinken, konnte ich den Hunger sehr gut unterdrücken. Ich bin es gewohnt über den Tag sehr wenig zu essen und dafür abends große Mengen zu verdrücken. Das war auch nochmal herausfordernd für mich, aber auch das ging vorbei.

Was ich festgestellt habe, je weiter der Tag voranschreitet, desto ruhiger wurde ich. Ich habe den ganzen Tag nicht wirklich etwas anstrengendes gemacht, dennoch war ich schon am frühen Abend sehr müde. Das führte dazu, dass ich gegen 21:30 ins Bett gegangen bin.

Der nächste Tag

Ich habe mich am nächsten Tag motivierter als sonst gefühlt. Nachdem ich einen Tag lang gar nichts machen durfte, wollte ich jetzt unbedingt etwas tun. Jedoch nicht eine Serie auf Netflix anschauen, sondern wirklich etwas Produktives. Ich wollte was aktives machen. Motivation war auf jeden Fall da und ich habe den Tag überraschend produktiv verbracht. Das Abhaken meiner To-Do-Liste war keine lästige Pflicht, sondern hat mir Spass gemacht.

Was mich wirklich überrascht hat: Ich habe mich sehr klar im Kopf gefühlt. Ich hatte den Eindruck, dass durch die ganzen fehlenden Reize, wie social media, Handys und Co.,  ich besser denken konnte.

Resümee

Ich bin auf jeden Fall stolz die Challenge geschafft zu haben. Es ist sehr ungewohnt einen ganzen Tag wirklich Nichts vorzuhaben und kein bisschen produktiv zu sein. Ich werde dieses Dopamin fasten auf jeden Fall wiederholen.

Noch eine kleine Sache zum Abschied. Der Gewinner des 400-Follower-Special Schreib.Blog hat ein Foto der Tasse mit Berliner Kulisse gemacht :):

Danke an dieser Stelle nochmal für das Bild. Ich habe es auch im Artikel 400 Follower Special reingestellt. 

Das war es diese Woche wieder von mir. Wenn euch der Artikel gefallen hat oder ihr selber damit Erfahrungen gemacht habt, bzw. überlegt so etwas zu machen, dann lasst mir gerne ein Like oder Kommentar da.

P.S. Seit kurzem ist Skill _up_ur_Life auf Instagram vertreten. Wenn ihr motivierende Sprüche und Zitate wollte sowie einen etwas persönlicheren Einblick in mein Privatleben, dann folgt mir gerne dort ;).

Ansonsten lesen wir uns wieder nächsten Montag ;).

Euer Stophel

12 Kommentare

  1. Hi, spannend so ein Experiment, sollte ich auch mal machen. Obwohl ich vor dem Nix-Tun schon einen Heidenrespekt habe ….
    Schön, dass du das Foto verarbeiten konntest. Grüße aus Berlin

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