Koffeinentzug

Koffeinentzug als Selbstexperiment

Mein durchschnittlicher Kaffeekonsum

Die erste Sache, die ich nach dem Aufstehen mache, ist der Kaffee. Und ich denke so geht es den meisten anderen Menschen auch. Ich trinke durchschnittlich drei bis vier Tassen Kaffee am Tag. Zwei direkt am Morgen und eine in der ersten größeren Pause. Das seit ungefähr acht Jahren.

Ich habe auch Kaffee getrunken, um danach produktiver und konzentrierter arbeiten zu können. Mein Körper ist also schon sehr lange an Koffein gewöhnt. 

Mir ist schon mehrmals aufgefallen, dass ich starke Kopfschmerzen bekomme, wenn ich keinen Kaffee trinke, was ein Entzugssymptom darstellt. Kaffee trinken ist in vielen Gewohnheiten fest verankert. Man trifft sich (zumindest vor Corona) mit Freunden auf einen Kaffee oder macht während der Arbeit eine Kaffeepause.

Der erste Tag des Koffeinentzug

Eigentlich würde man denken, dass es keine große Sache ist auf den Kaffee zu verzichten, es ist einfach nur eine Gewohnheit und sollte daher leicht zu ersetzen sein. Für mich hat es sich jedoch komplett anders dargestellt. Kaum hatte ich mit dem Kaffeetrinken aufgehört, bekam ich zur Mittagszeit starke Kopfschmerzen. Die Schmerzen wurden so stark, dass ich später eine Schmerztablette einnahm und hauptsächlich rumlag. Ich habe in meiner Vergangenheit schon öfters festgestellt, sobald ich an einem Tag keinen Kaffee trinken, ich bis spätestens Mittag starke Kopfschmerzen bekomme. Früher ist es mir nie aufgefallen, dass zwischen den Schmerzen und dem fehlenden Kaffee ein Zusammenhang lag. Ich habe dann immer Kaffee getrunken, da es im Volksmund heißt, er hilft gegen Kopfschmerzen. Bis ich gemerkt habe, dass die Kopfschmerzen vom fehlenden Koffein herrührten und sie der Grund und nicht die Lösung dafür waren. 

Neben den Kopfschmerzen fühlte es sich auch an, als würde etwas fehlen. Die Tasse Kaffee am Morgen war immer eine Sache worauf ich mich nach dem Aufstehen besonders gefreut habe. Ich habe es zwar mit Tee ersetzt, aber es ist nicht das Gleiche.

Ich finde es ist auch ein alarmierendes Zeichen, dass ich nach noch nicht mal einen Tag ohne Kaffee so starke Kopfschmerzen entwickelte. Ich habe gelesen, dass viele Menschen am Wochenende Kopfschmerzen haben, da sie nur während der Arbeitszeit Kaffee trinken.

Tag zwei und drei des Koffeinentzug

Eine Sache ist mir speziell am zweiten und dritten Tag aufgefallen: Ich hatte extrem beschissene Laune. Ich war auf einmal mit meinem Leben unzufrieden. Ich hatte starke Selbstzweifel und bin für zwei bis drei Tage in ein negatives Loch gefallen. Irgendwann habe ich mich gefragt, wieso bin ich so schlecht drauf? Vor einer Woche war ich mit allem noch zufrieden und jetzt nicht mehr. Und dann kam es mir, dass es eine Entzugserscheinung sein könnte. Je länger ich darüber nachdachte, desto eher war ich mir dessen sicher. Dafür spricht, dass diese Downphase nach ein paar Tagen wieder vorbei war und nicht wieder zurückkehrte.

Das war die Sache, die mich am meisten geschockt hat über dieses Experiment. Ich bin wirklich keine Dramaqueen, aber dass meine Laune durch fehlendes Koffein so in den Keller geht, hätte ich nie gedacht.

Dementsprechend, war meine Produktivität und Konzentration auch schlechter. Nicht, dass ich mich per se schlechter konzentrieren konnte, ich hatte einfach allgemein weniger Motivation durch das Stimmungstief. Zudem hatten mich immer die starken Kopfschmerzen begleitetet, was nicht gerade förderlich für die Konzentration ist.

Zusammenfassung der Entzugssymptome

Die Entzugssymptome waren insgesamt folgende: Sehr starke Kopfschmerzen, fehlende Motivation, depressive Verstimmung, Ruhelosigkeit und das Gefühl das etwas fehlt. Besonders die Symptome Kopfschmerzen und depressive Verstimmung waren stark. 

Wie lange hat es gedauert bis es vorbei war?

Die nächste Sache, die mich sehr gewundert hat, war die Dauer. Die Entzugssymptome waren sehr stark und sehr unangenehm, aber nach fünf Tagen, war alles vorbei. Keine Kopfschmerzen mehr und meine Laune war auch wieder da. Ich fühle mich zwar noch manchmal müder als sonst, aber das ist alles im Rahmen. Nach diesen staken Symptomen, hätte ich aber nie gedacht, dass es nach fünf Tagen einfach so vorbei ist.

Wie ungesund ist Kaffee?

Nach diesen heftigen Enzugssypmtomen habe ich weiter recherchiert. Zum einen ist das ganz typisch beim Koffeinentzug. Mein nächster Gedanke war, wenn der Körper so heftig reagiert, kann Kaffee nicht gesund sein. Aber ich habe keine wissenschaftliche Quelle gefunden, die das untermauert. Das Gegenteil war der Fall:
Koffein steigert die Leistung, Ausdauer, Reaktion, wirkt sich positiv auf das Kurzzeitgedächtnis, das zentrale Nervensystem, die Muskeltätigkeit, auf Typ II Diabetes, Parkinson und Alzheimer aus. Koffein säubert die Arterien und ist gut für das Herz.

Zwei Wochen Koffeinentzug

Eigentlich wollte ich den Artikel erst nach 30 Tage ohne Koffein posten. Jedoch hat sich nach dem fünften Tag nichts mehr geändert. Nach fünf Tagen waren die Qualen vorüber und ich glaube nicht, dass ich in den nächsten zwei Wochen noch etwas Neues hierzu schreiben könnte.

Tipps zum Koffeinentzug

Hier ein paar Tipps, falls ihr das selber ausprobieren wollt:

  • Der harte Entzug war krass. Ich würde stattdessen empfehlen als erstes auf eine Tasse zu reduzieren bevor man es komplett aufhört. 
  • Kaffee trinken ist eine Gewohnheit. Diese ändert man am leichtesten indem man sie durch eine neue ersetzt. Statt Kaffee kann man z.B. Tee trinken.
  • Nicht in einer stressigen Phase anfangen mit dem Kaffeetrinken aufzuhören

Das war es diese Woche wieder von mir. Lasst mir gerne ein Kommentar da oder berichtet von eueren eigenen Erfahrungen. Ansonsten lesen wir uns wieder nachten Montag ;).

Euer Stophel

15 Kommentare

  1. Die extrem starken Kopfschmerzen haben bei mir jeden Versuch, das Kaffeetrinken einzustellen, scheitern lassen. Ich habe es auch mit langsamer Reduktion versucht, doch das klappte auch nicht wirklich, denn ich kehrte immer zum Kaffee zurück, obgleich mir bewusst ist, dass er mir nicht gut tut. Er wirkt auf die Blutgefäße im Kopf und führt zur Übersäuerung des Organismus.
    Immerhin gelang es mir, die Stärke des Kaffees etwas zu reduzieren. Zucker und Milch habe ich schon sehr lange weggelassen.

  2. Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht, obwohl ich noch nie mehr als 2 Tassen am Tag getrunken habe. Und selbst das genügte, dass ich ohne Kaffee Kopfschmerzen und schlechte Laune bekam.
    Inzwischen trinke ich noch 1 Tasse am Tag um die Mittagszeit, als Push sozusagen.
    Da man immer wieder liest, dass Koffein – wenn man es nicht übertreibt – positive Effekte hat, habe ich auch keine Motivation, es ganz zu lassen. So freu ich mich also jeden Tag auf die (große) Tasse Kaffee. 🙂

  3. Ich hab das mal beim Heilfasten festgestellt, mit den Kopfschmerzen. Mir wurde dann geraten stark verdünnten Kaffee zu trinken – oder auch ein Einlauf zu machen (Gehört beim Fasten ja eh oft dazu). Ich hab mich für den verdünnten Kaffee entschieden und das war auch ganz gut – das bisschen Koffein hat schon gereicht.
    Laune kann ich nichts sagen – da ich nicht gegessen habe, war die Laune eh nicht so gut. 😆

  4. Ha, das glaub ich dir alles sofort! Ich kriege auch Kopfschmerzen, wenn ich nicht auf meine übliche Koffein“dosis“ komme. Ok, eigentlich muss man gar keinen Witz draus machen, schließlich ist es eine Art Droge. Eine Frage habe ich dann aber doch: Warum möchtest du denn mit dem Kaffeekonsum aufhören? Du sagst es ja: Kaffee am Morgen ist so ziemlich das Schönste. Und wenn die Wissenschaft auch kein negativen Auswirkungen festgestellt hat, zumindest nicht bei übermäßigem Konsum…. Mich macht Kaffee auf jeden Fall produktiver und ja, auch glücklicher.

  5. Ich möchte es gar nicht komplett aufhören. Ich wollte für mich wissen, wie es komplett ohne ist. Außerdem gefällt mir die Vorstellung nicht, dass ich davon „abhängig“ bin. Ich möchte auf das Level, dass ich nicht jeden Tag Kaffee brauche aber ab und an einfach einen trinken kann, wenn ich will. Gefühlt bin ich da auch schon angekommen. Die 30 Tage ziehe ich aber dennoch durch, weil ich es mir vorgenommen habe ;).

  6. Ah ok, interessantes Experiment auf jeden Fall! Der Gedanke, von etwas abhängig zu sein, ist wirklich unangenehm, da stimme ich dir zu. Du scheinst ein Mensch von Prinzipien zu sein, hehe. Vielleicht willst du danach gar nicht mehr zu Koffein zurückkehren. 😉

  7. Ich habe auch aktuell weniger Lust auf den Kaffee nachdem ich merke wie meine Körper ohne ihn darauf reagiert hat 😅

  8. Hallo Stophel, ich bin gerade bei Tag 16 meines Koffein und Zuckerentzugs. Ich hatte selbst nach 10 Tagen nochmals Kopfschmerzen. Sie waren ganz versteckt im Hintergrund. Für mich fühlt es sich wie ein harter Drogenentzug, ich habe mich am Anfang wie der Tiger 🐅 im Käfig gefühlt. Ständig unruhig und sozusagen auf dem Sprung. Ich für mich habe festgestellt dass ich von Tag zu Tag mehr Energie bekomme. Ich fühle mich nicht getrieben oder auf der Suche nach etwas. Ich ziehe den Hut vor dir und kann es nachvollziehen wie schwierig es ist sich seinen eigenen Themen, hier speziell Abgängigkeiten zu stellen und sich diese zu verdeutlichen. Ich habe ein spannendes Buch dazu gelesen, Zucker und Bulimie. Darin wird auch beschrieben wie stark der Einfluss von Koffein auf unseren Blutzuckerspiegel ist und wie wir eigentlich mit einer Tasse bereits in einer Abhängigkeit sind.

  9. Ich finde es interessant, dass Du das mit einer Tasse schon erwähnst. Ich habe es früher auch mal stark reduziert und hatte dennoch Kopfschmerzen wenn ich dann gar keinen Kaffee hatte.

  10. #Agenturleben ohne Kaffee? Nur wenn die Kaffeemaschine kaputt ist.
    Und als das mal passierte, habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Seither ist eine Maschine im Betrieb und eine im Standby.

  11. Lieber Stophel, vor Jahren stellte ich um auf Tee am Morgen. Nach dem Mittagessen war der Espresso dann etwas ganz Besonderes, auf das ich mich immer freute. Ich machte es, weil ich Magenbrennen (keine Kopfschmerzen) bekam. Irgendwo las ich dann, dass das ohne Kaffee besser werde. Das stimmte! Heute trinke ich jedoch 2 Tassen pro Tag. Das macht mich zufrieden. Sind solch kleine Süchte, die den Tag verschönern, denn so schlimm? Dein Experiment finde ich sehr interessant. Mach weiter so! Liebe Grüsse, Elisa

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