Denkfehler

Diese Denkfehler beeinflussen unseren Alltag

Der erste Denkfehler: Die selektive Wahrnehmung

Einer der häufigsten Denkfehler beruht auf unserer selektiven Wahrnehmung.

Vielleicht habt ihr schon mal folgende Erfahrung gemacht: Ihr oder einer eurer Freunde kauft sich ein neues Auto. Auf einmal seht ihr dieses Modell viel öfter. Davor ist es euch gar nicht aufgefallen. Das ist ein Beispiel für selektive Wahrnehmung. Ein anderes Beispiel:

Wusstest Du, dass das das Gehirn unnötige Informationen automatisch ignoriert?

Genau wie das zweite „das“ im ersten Satz!

Diese Selektive Wahrnehmung führt zum sogenannten Bestätigungsfehler. Dieser Denkfehler veranlasst uns die Informationen wahrzunehmen, auszuwählen und zu interpretieren, welche  sich mit unseren Ansichten deckt. Wenn Du z.b. glaubst, dass es gut ist auf Fleisch zu verzichten, wirst Du überwiegend die Informationen beachten, welche deine Ansichten unterstützen. Umgekehrt ist es genauso, dass wenn Du denkst Fleischverzicht ist ungesund, wirst du überwiegend die Informationen finden, welche dich bestätigen.
Das führt dazu, dass wir uns vor Veränderungen verschließen und unsere Meinung sich nicht ändert.

Falsche Wahrnehmung unserer Entscheidung

Dieser Denkfehler bewirkt, dass wir unsere bereits getroffenen Entscheidungen nicht mehr kritisch sehen, sondern sie als gelungen abstempeln.  Wenn man sich z.B. ein neues Fahrrad kauft konzentrierest Du dich eher auf die positiven Eigenschaften und ignorierst die negativen Konsequenzen bzw. empfindest sie als nicht wirklich schlimm. Du kommst zum Schluss, dass deine Entscheidung die Richtige war. Dahinter steckt folgender psychologischer Effekt: Wenn wir in etwas investieren, wollen wir Erfolg sehen, ansonsten war unsere Investition ein Reinfall. Wir haben  in unsere Entscheidung investiert. Wir haben Zeit, Aufwand und Geld in den Kauf investiert. Keiner möchte eine falsche Entscheidung getroffen haben.

Im Gegenzug löst das Treffen einer „richtigen“ Entscheidung bei uns ein Glücksgefühl aus. Unser Gehirn schüttet das Glückshormon Dopamin aus. Wir fühlen uns in uns selber bestätigt. Um dieses Glücksgefühl zu erhalten, werden wir die Umstände immer zu unseren Gunsten interpretieren. Das hat zur Folge, dass wir unsere vergangenen Entscheidungen nicht kritisch genug betrachten.

Der Dritte Denkfehler: Der Default-Effekt

Der Default-Effekt besagt, dass wir Optionen, bei denen wir keine aktive Entscheidungen treffen müssen, bevorzugen. Wir bevorzugen Optionen bei denen wir nicht handeln müssen. Unsere Faulheit entscheidet sozusagen mit.  Bestes Beispiel ist die Organspende: In Österreich ist jeder Mensch Organspender. Erst wenn er sich aktiv dagegen entscheidet und sich eintragen lässt, ist er kein Organspender mehr. In Deutschland ist es umgekehrt. Hier muss man erstmal einen Organspendeausweis besorgen und diesen ausfüllen. Das Ergebnis ist sehr deutlich: In Österreich ist die Mehrheit der Bevölkerung Organspender und in Deutschland nicht.

Der vierte große Denkfehler: Survivorship Bias

Nach dem Survivorship Bias werden Wahrscheinlichkeiten, die den Erfolg oder ein glückliches Leben betreffen systematisch überschätzt, da erfolgreiche Personen oder Ereignisse deutlicher in den Vordergrund treten. Wir konzentrieren uns auf nur wenige Ausschnitte und Gewichten sie massiv über. So wirken auf Instagram viele Menschen sehr erfolgreich und glücklich. Die geposteten Bilder stellen aber oft nur einen kleinen Teil ihres Lebens da. Wir schließen aber oft daraus, dass es ein genereller Zustand von Ihnen ist. Der Suviovor Bias ist auch in Bereichen Medizin, Wirtschaft und Architektur vertreten. Wenn ihr mehr dazu lesen, wollt, könnt ihr das hier machen.

Das war es diese Woche wieder von mir. Wenn ihr selber solche Denkfehler kennt, dann schreibt das gerne in die Kommentare, ansonsten lesen wir uns wieder nächste Woche ;).

Stophel

2 Kommentare

  1. Na klar. selektive Wahrnehmung ist das gewöhnlichste von der Welt. Wer zB von der Gefährilchkeit der C-Pandemie überzeugt ist, sieht überall C-Tote und C-Erkrankte. Wer nicht davon überzeugt ist, kennt Krebskranke und Tote durch Schlaganfall, aber keinen C-Toten.
    Da alle in den Laboren nach C-Infektionen suchen, finden sie sie auch massenweise. Da niemand nach Grippe-Infektionen sucht, findet man auch keine. (Ergo: In diesem Winter gibt es keine Grippe.).

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